Gutachten zu Lüftung und Elektrik im Schützenhaus für alle zugänglich

Prüfberichte sind jetzt öffentlich

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Das Bad Bodenteicher Schützenhaus

Bad Bodenteich. Es sind die Dokumente, die Rat und Verwaltungsausschuss in Bad Bodenteich spätestens seit Mitte dieses Jahres beschäftigen: Die Prüfberichte zu Lüftungsanlage und Elektrik im Schützenhaus.

Denn schließlich heißt es in den Gutachten, dass einige der aufgeführten Mängel „sicherheitsrelevant“ seien oder „eine erhöhte Gefahr“ darstellen. Ausdrücklich fordern die Schriftstücke eine „unverzügliche“ Beseitigung dieser Mängel. Nun stehen die Berichte der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Bereits im April sind die Prüfberichte bei der Verwaltung eingegangen, erst im Juni wurden sie in das Ratsinformationssystem eingespeist – allerdings nur zur Einsicht der Räte. Schon dieser Verzug hatte bei den Oppositionsparteien für Unmut gesorgt, zumal man „erschrocken“ über den dargestellten Zustand von Elektrik und Lüftung gewesen sei.

Einer der gravierendsten Mängel verbirgt sich nach Meinung von Dr. Horst-Michael Hintze von der SPD-GFW-Gruppe hinter Position zwölf des Dekra-Berichts zur Lüftungsanlage. Dieser bemängelt, dass keine automatische Abschaltung der Anlage erfolgt, wenn der Rauch- und Wärme-Abzug ausgelöst wird. Heißt: Der Rauch würde bei einem entsprechenden Zwischenfall nicht abziehen können, sondern im Raum verteilt.

„Die Abschaltung muss per Hand erfolgen“, erläutert Gemeindedirektor Frank Juchert das Problem. Der nachträgliche Einbau einer Abschaltautomatik wäre mit einem hohen Aufwand verbunden gewesen. Als Reaktion auf dieses Sicherheitsmanko ist man deshalb übereingekommen, bei Veranstaltungen mit mehr als 200 Teilnehmern eine Brandsicherheitswache zu beauftragen, die im Fall der Fälle genau weiß, was zu tun ist. An einen anderen Aspekt erinnert sich Hintzes Mitstreiter Heinz-Joachim Priebe, als er die Gutachten zu Gesicht bekam: „Vor allem die Bilder im Bericht zu den elektrischen Anlagen waren schockierend.“ Ganze 31 Seiten umfasst die Bestandsaufnahme eines Ingenieursbüros, unter den besonders schwerwiegenden Mängeln sind defekte Schutzeinrichtungen aufgeführt oder unzureichend befestigte Steckdosen.

„Alle sicherheitsrelevanten Mängel sind nach ihrem Bekanntwerden behoben oder wie im Fall der Lüftungsanlage durch andere Maßnahmen kompensiert worden“, erklärt Juchert. So habe sich die weitere Nutzung des Schützenhauses in Absprache mit dem Landkreis und der Versicherung sicherstellen lassen. Allerdings auch nur bis Ende dieses Jahres.

Von Karsten Tenbrink

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