Erste Bewohner der ehemaligen BGS-Kaserne in Bad Bodenteich sollen am 5. oder 6. Dezember einziehen

DRK plant mit maximal 1070 Flüchtlingen

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Etwa 90 Personen – in 45 Doppelstockbetten – finden in diesem und in fünf weiteren ehemaligen Hundertschaftsgebäuden auf dem Bad Bodenteicher Kasernengelände Platz.

Bad Bodenteich. Noch wirken die Unterkunftsgebäude auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich still und verlassen. Doch schon in wenigen Wochen wird das Areal voller Leben sein. „Unser Plan ist, die letzten Brandschutztüren in der ersten Dezember-Woche zu montieren.

Am darauffolgenden Wochenende werden dann die ersten Flüchtlinge einziehen“, kündigte Daniel Muhsik, Leiter der DRK-Unterkunft, jetzt an.

Einzugstermin sei somit am 5. oder 6. Dezember, sofern es keine Verzögerungen bei den Handwerkerarbeiten oder durch Lieferschwierigkeiten gebe. Bis dahin ist noch viel zu tun. Vor allem muss der Brandschutz für die Notunterkunft nachgerüstet werden. Unter anderem bekommen die Gebäude einen zweiten Rettungsweg durch den Anbau von Außentreppen, zudem Brand- und Rauchschutztüren sowie Rauchmelder.

Der Einzug der Flüchtlinge soll schrittweise erfolgen. „Wir wollen täglich zwei Busse mit maximal 100 Personen aufnehmen, bis die ersten sieben Gebäude voll sind“, sagte Muhsik. Jeweils 90 Personen sollen in sechs frühere BGS-Hundertschaftsgebäude einziehen. Pro Haus stehen 45 Doppelstockbetten bereit. Mehr Platz bietet das Stabsgebäude am Ende der Einfahrt des Kasernengeländes. Dort können bis zu 180 Menschen untergebracht werden. Das mache im ersten Schritt eine Gesamtzahl von 720 Flüchtlingen, erklärte Muhsik.

Weitere fünf Gebäude auf dem Areal könnten im nächsten Schritt ertüchtigt werden, darunter eine ehemalige Funkerwerkstatt und eine Selbstverteidigungshalle. Die Gesamtzahl der dortigen Plätze bezifferte Muhsik auf 250 bis 350. „Wir versuchen, die Bewohner nach Nationen und ethnischer Herkunft zu trennen. Dann hat man ein ruhigeres Zusammenleben“, sagte der Leiter des DRK-Camps. Das Angebot geht aber über die bloße Unterbringung hin-aus. In einem gesonderten Gebäude werden jeweils zehn Waschmaschinen und Trockner installiert. Hinzu kommt ein Speisesaal mit 450 Plätzen. Geplant sind auch Sportangebote in der früheren BGS-Turnhalle sowie eine eigene Krankenstation. „Wir fragen zurzeit Ärzte an, ob sie dort stundenweise auf Honorarbasis ihre Dienste anbieten wollen“, berichtete Muhsik. Einen Frisörsalon, in dem sich die Flüchtlinge gegenseitig die Haare schneiden, soll es ebenfalls geben. Unter den Syrern seien nämlich viele Frisöre. Jeder vom DRK intern registrierte Flüchtling erhält einen Bewohner-Ausweis in Scheckkarten-Größe mit Lichtbild und Barcode. Natürlich dürften die Menschen das Gelände zwischendurch verlassen, betonte Muhsik. Nicht erlaubt sei für sie aber, den benachbarten, separat umzäunten Kasernenbereich zu betreten, auf dem der Kreis Uelzen 150 Flüchtlinge untergebracht hat.

Von Bernd Schossadowski

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