Beim Karneval und Faslam im Südosten wird geknutscht, getanzt und geblödelt

Paroli den Hochburgen am Rhein

Heiße Musik in Ostedt.

Langenbrügge/Ostedt. In der Samtgemeinde Aue kann es auch durchaus lustig zugehen. Und zwar immer dann, wenn die Karnevalisten das Zepter schwingen und den Hochburgen am Rhein und Main Paroli bieten.

Zum Ende der „fünften Jahreszeit“ lud die Faslamsgesellschaft in Langenbrügge zu ihrer Prunksitzung in die Festscheune ein.

Hatte alle Reden auf mögliche Plagiate untersucht: Langenbrügges Zeremonienmeister Dirk Kandreyer.

Zeremonienmeister Dirk Kandreyer hatte im Vorfeld alle angekündigten Büttenreden auf ein eventuelles Plagiat hin überprüft und sie für gut geheißen. Was dann auch der jeweils donnernde Applaus eines gut gelaunten Publikums bewies. Für einen fröhlichen Auftakt sorgte das Langenbrügger Staatsballett mit Klängen aus Fernost. Die „Lotosblumen“ eroberten im Nu nicht nur die Männerherzen und entließen den scheidenden Prinzen mit einer „Küsschenparade“ aus seiner Regentenzeit.

„Das Flüssige muss ins Durstige“. An gutgemeinten und mitunter deftigen Vorgaben fehlte es an diesem Vormittag nicht. Präsident Henning Luhmann stellte sich als Gastarbeiter Ali vor und gab Tipps zum „Einkommen rauf und Steuern runter“ und schloss mit der Festsellung „nix Arbeit und viel Geld, Deutschland schönstes Land der Welt“.

Einige Schostorfer Schoofunken waren in Langenbrügge zu Gast.

Kegelbruder Kalle Bülau „beklagte“ den Tod seiner Frau und trank nur noch Dunkelbier und litt unter einer Organverschiebung. „Meine Leber ist im A…!“ Als Vertreter einer Autowerkstatt zeigte Manuel Fischer Unterschiede eines Ölwechsels zwischen Mann und Frau auf. Das Männchen blieb auf der Strecke, was wohl auch an seinem erhöhten Dosenbier-Konsum lag. Um 12 Uhr war „High Noon“ angesagt. Ein neuer Prinz musste auserkoren werden. Die Jungen Leute hatten sich ihre Gedanken gemacht und stellten den Prinzen vor. Jens Luhmann heißt der 59. Prinz in der Geschichte des Langenbrügger Faslams. Der eingefleischte HSV-Fan wird den Tag seiner Krönung wohl nicht vergessen, zumal aus dem Dortmunder Stadion frohe Kunde kam.

Nach der Prunksitzung gingen die Langenbrügger zur Schnorrertour durch das Dorf. Und das tat man auch einige Kilometer weiter in Ostedt. Hier traf sich die Faslamsgruppe zunächst in Könau, um dort in den Häusern vorstellig zu werden und Leckeres zu erhaschen für die Verzehrfete am Abend.

Bei der Parade in Ostedt lud die bunt kostümierte Schar zu einem Tänzchen im Freien ein.

Die Kapelle Wahnsinn begleitete mit Gassenhauern die buntkostümierte Schar weiter bis nach Ostedt und lud vor den Haustüren zu einem kleinen Tänzchen ein. Nach den Gaben folgte ein Schwätzchen mit den Spendern und ein kleines Schlückchen zum Abschied. So laut die Musiker auch spielten, so laut auch die Faslamisten gröhlten, die Wintergeister zu vertreiben, gelang ihnen einfach nicht. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fielen immer wieder Schneeflocken und heizten dabei paradoxerweise die Feiernden immer mehr ein, denn die hatten gegen die aufkommende Kälte die richtigen Gegenmittel dabei und ließen sich mit Einbruch der Dunkelheit gesammelten Naturalien schmecken.

Von Ulrich Bleuel

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