L 270: Dorfbewohner wollen Schäden durch Schwerlastverkehr festhalten / Druck über die Politik

Overstedter fordern Ortsentlastung

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Der zunehmende Schwerlastverkehr, der in Overstedt wahrgenommen wird, bedeutet für die Dorfbewohner eine unerträgliche Lärmbelästigung. Außerdem werden immer mehr Schäden an Gebäuden registriert.

Overstedt. Manche Häuser sind nur knapp einen Meter vom Straßenrand entfernt. Die Landesstraße 270 führt als einzige Straße mitten durch Overstedt.

Längst haben Maut scheuende Speditionen erkannt, dass die L 270 Teil der kürzesten Verbindung zwischen Hamburg und Wolfsburg oder Magdeburg ist, schicken ihre 40-Tonner wie an einer Perlenkette gereiht durch das Dorf. „Die Säuberung des Gehweges wird für mich jedes zu einem Abenteuer“, ängstigt sich Heike Schorling und lud die Overstedter zu einem Meinungsaustausch in ihrem Hause ein. Neben den Dörflern nahmen auch Bürger aus dem ebenfalls betroffenen Langenbrügge, Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar und die Ratsmitglieder Wolf-Dieter Hiltner und Dr. Birgit Janßen an der Diskussionsrunde teil.

Die unerträgliche Lautstärke des zunehmenden Schwerlastverkehrs werde sich in den nächsten Jahren noch verdoppeln, ist sich Heike Schorling sicher. Schon jetzt würden Schäden an den Außenfassaden der Häuser zunehmen, verzögen sich Fenster, gäbe es Risse in den Decken. Anliegerbeschwerden verliefen bisher ergebnislos. Deshalb müsse man jetzt etwas tun, ermunterte Schorling die Anwesenden zu einem gemeinsamen Handeln.

Die Daten der letzten Straßenverkehrszählung aus dem Jahre 2010 hält man in Overstedt für überholt. Nicht nur gefühlt und aus subjektiver Sicht müsse man heute von höheren Zahlen ausgehen. Eine Entlastung durch eine Ortsumgehung ist das erklärte Ziel der Dorfbewohner. Lösungsansätze seien vielleicht auch Geschwindigkeitsbegrenzungen oder eine Blitzeranlage.

Nach dem aus seiner Sicht ernüchternden Gespräch mit der Landesstraßenbaubehörde am vergangenen Donnerstag (AZ berichtete) sieht Wolf-Dieter Hiltner nur noch die Chance, auf politischer Ebene die Möglichkeiten einer Ortsentlastung herbeizuführen und dies mit Bundes- und Landespolitikern bei einem gemeinsamen Termin zu erörtern. Die Overstedter sagten ihre Unterstützung zu.

„Wer nicht aktiv wird, hat schon verloren“, ermutigte Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar die Dorfbewohner zum entschlossenen Auftreten. Und die waren sich am Ende der lebhaft geführten Diskussion einig, ab sofort alle Schäden an den Häusern aktenkundig zu machen, Beobachtungen festzuhalten und auch mit spontanen Aktionen auf ihre Situation aufmerksam zu machen und die Politik wachzurütteln.

Von Ulrich Bleuel

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