Bad Bodenteich: Neue Lehrpläne aus Hannover machen Baumaßnahmen nötig

Oberschule wird kosten

Der alte Fahrradstellplatz im Nebengebäude könnte zum Metall-Werkraum der Oberschule Bodenteich umgebaut werden, um Schülertransporte nach Uelzen zu vermeiden. Fotos: Köhler-Götze

Bad Bodenteich. Seit dem 1. August sind im Landkreis mehrere neue Oberschulen am Start. Klar war auch schon vor dem neuen Schuljahr, dass die Entscheidung, den neuen Schultyp einzuführen, an mehreren Standorten Baumaßnahmen nach sich ziehen wird.

In Bad Bodenteich führte die kommissarische Schulleiterin Heidi Siemecke am Dienstag die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion durch die Schule am Kiebitzberg, die bislang ausschließlich als Hauptschule diente, im nächsten Schuljahr jedoch auch die Schüler des anderen Standortes der Oberschule aufnehmen soll. Das Gebäude am Leinenberg soll dann geschlossen und nach Möglichkeit verkauft werden.

Derzeit sind am Kiebitzberg 160 Schüler untergebracht, im kommenden Schuljahr werden dann weitere 312 Schüler, die noch im ehemaligen Realschulgebäude am Leinenberg unterrichtet werden, hinzukommen. Dann jedoch werden die Toiletten am Kiebitzberg nicht mehr für alle Schüler ausreichen.

Damit überhaupt alle Schüler unterkommen können, werden zwei Funktionsräume zu Klassenzimmern umgebaut werden, zu relativ kleinen Klassenzimmern, wie Siemecke betont – aber für die Übergangszeit, bis die Schülerzahlen wieder sinken, werde man sich damit irgendwie arrangieren können.

Eng wird es auch im Lehrerzimmer werden. Mit den jetzigen Tischen finden dort 23 Lehrer einen nicht eben üppigen Arbeitsplatz – 40 Lehrkräfte aber müssen dort einen Platz finden, und zwar ohne Umbaumaßnahmen. Lösen will man dieses Problem mit neuen Tischen und einer neuen Sitzordnung, aber auch dann, vermutet Siemecke, werden Sitzplätze nur zu finden sein, wenn nicht alle Lehrer gleichzeitig anwesend sind.

Ein weiteres Problem wird den Oberschulen durch die neuen Lehrpläne aufgebürdet. Die schreiben zwingend für die Oberschüler Unterricht in Holz- und Metallbearbeitung vor. Einen gut ausgestatteten Holzbereich hat man in Bodenteich, aber keinen Metallbereich. Entweder müssten die Schüler an fünf Tagen pro Woche zu den Berufsbildenden Schulen nach Uelzen zum Metallunterricht nach Uelzen gefahren werden, oder aber ein Teil des Fahrradstellplatzes wird zum Metallraum umgebaut.

Die besten Schülertische und -stühle hat Siemecke den Oberschülern der 5. Klassen bereitgestellt, denn „wenn Schüler in Sperrmüllmöbeln lernen, fühlen sie sich auch als Sperrmüll.“ In der Tat hat ein Großteil der Möbel seine besten Tage eindeutig hinter sich. Die Lehrertische sind vor Jahren von der Kreissparkasse und der Telekom ausrangiert worden. Auch hier wird der Landkreis die Kasse öffnen müssen.

Von Jürgen Köhler-Götze

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