Hannover gibt Samtgemeinde Aue Empfehlungen / Schafwedeler Wehr denkt an Fusion mit Kattien

„Nüchtern und mit Augenmaß“

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Die Feuerwehren der Samtgemeinde Aue – hier die Feuerwehr in Wieren in Aktion – müssen sich im Zuge des Entschuldungsvertrages zukunftsfähig aufstellen. 125 000 Euro müssen im Bereich Feuerwehren und Schule eingespart werden.

Bad Bodenteich/Wrestedt. Der Bericht des niedersächsischen Landesrechnungshofes zum Feuerwehrwesen der Samtgemeinde Aue ist beraten worden. „Wir haben Stellung bezogen“, sagt Gemeindebrandmeister Henning Tipp.

„Nüchtern und mit Augenmaß“ sind laut Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke die Empfehlungen aus Hannover beraten worden. Nun wird die Endfassung in Hannover erstellt.

Und die Themen seien vielschichtig und richtungsweisend für die vielen Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde. So wurde beispielsweise die Tagesverfügbarkeit insbesondere der kleinen Ortswehren abgefragt. Auch die Einschätzung der Wege der Feuerwehrleute ins Gerätehaus sei ein Punkt, der für die Schlagkraft einer Wehr von Bedeutsamkeit ist. Benecke nennt ein konkretes Beispiel: „Wenn ein Landwirt auf dem Acker ist, dann ist er tagsüber nicht immer verfügbar, weil sich das Feld eben auch mal nicht in der direkten Nähe des Feuerwehrgerätehauses befinden kann.“ Er geht davon aus, dass die Samtgemeinde im Laufe dieser Woche eine Endfassung aus Hannover erhält.

Zwei bis drei Denkansätze will die Samtgemeinde nun verfolgen. So könnten neue, so genannte „Einsatzgruppen“ und „Ergänzungseinheiten“ erstellt werden. „Wir haben es beim Hochwasser gesehen. Da wurde Manpower benötigt und es waren Leute dabei, die sonst nicht oft zu sehen sind“, schildert Aues Samtgemeindebürgermeister. Aus eben diesen Feuerwehr-Mitgliedern könnten die Ergänzungseinheiten rekrutiert werden.

Ein weiterer Denkanstoß wurde bei der Beschaffung von Mannschafts-Transportwagen gemacht. In diesem Punkt spielt wieder die Verfügbarkeit der Mitglieder eine große Rolle. „Wir können nicht in Fahrzeuge investieren, wenn niemand dort ist“, erklärt Benecke. Auch die Frage, ob in beiden Einsatzleitwagen der Samtgemeinde Digitalfunk installiert werden müsse, wird beim nächsten Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde beraten.

Ein dritter Punkt betrifft die Zusammenlegung von Feuerwehren. So könnte beispielsweise die Stederdorfer Wehr mit der Wrestedter fusionieren. Denkbar wären auch Bollensen mit Wieren. Doch bei diesem Thema ist Henning Tipp vorsichtig: „Es gab mal den freiwilligen Zusammenschluss zwischen Nienwohlde und Kallenbrock. Aber das Resultat war, dass aus Kallenbrock niemand mehr dabei ist.“

Doch es gibt aktuell Überlegungen der Feuerwehr Schafwedel, mit der Kattiener Feuerwehr zu fusionieren. „Wir versuchen natürlich, neue Mitglieder zu bekommen, arbeiten aber auch schon länger mit den Kattienern zusammen“, schildert Schafwedels Ortsbrandmeister Kai-Uwe Sander. Eine Zusammenlegung mit der Feuerwehr im benachbarten Schmölau wäre für Sander ebenfalls wünschenswert. Doch die Landesgrenze macht ihm in diesem Fall einen Strich durch die Rechnung.

Von Jörn Nolting

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