„Notunterkunft“ für 1500 Flüchtlinge in ehemaliger BGS-Kaserne Bodenteich

Land bestätigt keine Zahlen

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In der Kaserne soll eine „Notunterkunft“ entstehen.

Uelzen. Wer wusste wann von den Plänen des Landes, in der ehemaligen Kaserne des Bodenteicher Bundesgrenzschutzes (BGS) eine Massenunterkunft für 1500 Flüchtlinge einzurichten?

Der Landkreis betont, das nicht-öffentliche Treffen von Bürgermeistern und Abgeordneten in der Uelzener Oberschule sei schon lange geplant gewesen. Die Einladung zu einem Ortstermin am Donnerstag habe auch die Kreisverwaltung erst einen Tag zuvor erhalten. Und eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover zieht sich darauf zurück, der Standort befinde sich „noch in der Prüfung“.

Deutlicher wird Bad Bodenteichs Gemeindedirektor Alexander Kahlert, der erst am Donnerstagfrüh über die Begehung der Kasernenanlage unter Leitung eines Vertreters der Polizeidirektion Lüneburg benachrichtigt wurde. Auch ein möglicher gewerblicher Betreiber der Einrichtung sei in den Termin eingebunden gewesen. Alle freien Gebäude seien in Augenschein genommen worden. Das Ergebnis: Platz für 1500 Personen – zusätzlich zu den 150 Flüchtlingen, die der Landkreis zum Jahreswechsel in drei Gebäuden im hintersten Zipfel des Geländes unterbringen will. „Wir werden also von einer Gesamtzahl von 1650 Personen reden, die natürlich weiterverteilt würden“, fasst Kahlert zusammen.

Die Gebäude selbst, in denen regelmäßig während der Castor-Transporte Polizeihundertschaften einquartiert waren, sind in einem hervorragenden Zustand, berichtet Bürgermeister Edgar Staßar. Laut Kahlert sind lediglich Fragen des Brandschutzes und der Fluchtwege zu klären.

Das Land hält sich dagegen weiterhin bedeckt. Sprecherin Svenja Mischel nennt mit Bezug auf die laufende Prüfung auch keine Zahlen. Es handele sich aber – das ist ihr wichtig zu betonen – nicht um eine Erstaufnahmeeinrichtung, sondern um eine Notunterkunft. Hier erfolge – wie in der Erstaufnahme – „so schnell wie möglich eine Erstregistrierung“, so Mischel. Für die Bedenken in der Bevölkerung äußert die Sprecherin Verständnis: „Selbstverständlich wird das Land auch Sorge für die Sicherheit durch Sicherheitskräfte und natürlich auch die Polizei tragen.“ 

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