40 100 Euro für die Feuerwehr in der Samtgemeinde Aue / Dobslaw: „Finanzpolitischer Amoklauf“

Mehr Geld für den Brandschutz

Feuerwehrmänner in der Samtgemeinde Aue (im Bild die Wehr Bad Bodenteich) arbeiten für Sicherheit und Gemeinschaft. Ihre Aufwandsentschädigungen sind eher symbolisch. Aber wo sich Kosten für Aufwand und Gerät summieren, kommen große Posten zusammen. Foto: Privat

Aue. Viele wohlmeinende Worte haben die Feuerwehren der Samtgemeinde Aue bei der vergangenen Ratssitzung von den Mitgliedern des Gremiums bekommen. Es gab aber auch kritische Worte von der SPD/Dr. Hintze-Gruppe.

Die galten nicht der Feuerwehr, sondern dem Umgang mit dem Geld der Samtgemeinde.

Grund war die Aufwandsentschädigung für die Feuerwehrmänner der neuen Samtgemeinde. Die bisherigen Aufwandsentschädigungen der SG Aue belief sich auf knapp 34 600 Euro, zusammengesetzt aus 17 800 Euro aus der ehemaligen SG Bodenteich und 16 800 aus der ehemaligen SG Wrestedt. Nach der Fusion der Südkreis-Gemeinden muss eine neue Satzung her.

Die Samtgemeinden hatten bisher unterschiedliche Entschädigungen. So gab es etwa für stellvertretende Ortsbrandmeister der SG Bodenteich eine Entschädigung, nicht aber für diejenigen der SG Wrestedt. Ein bisheriger Entwurf sah vor, in der neuen Samtgemeinde Aue stellvertretende Ortsbrandmeister zu entschädigen – nach den alten Sätzen hätte das und Entschädigungen für weitere Funktionsträger eine Gesamt-Aufwandsentschädigung von gut 49 000 Euro bedeutet.

Das war der Verwaltung zu viel: Zusammen mit Gemeindebrandmeistern arbeitete die Verwaltung eine Einigung, bei der sich die Aufwandsentschädigung auf 40 500 beläuft.

Eine Lanze für die Wehr brach Heinz-Hermann Schulze von der CDU/WGA-Gruppe: „Die Feuerwehr übernimmt ein Ehrenamt“, sagte er dazu, „das ist in jeder Form zu unterstützen.“ Dass die Entschädigung nun höher werde – wenn auch „nur“ um etwa 6000 Euro – sah er im Rahmen. „Wir selber“, sagte er zu den Räten, „haben es auch nicht anders gemacht und unsere Aufwandsentschädigung in einem gewissen Rahmen erhöht.“

Andreas Dobslaw, Sprecher der SPD/Dr.Hintze-Gruppe sah das anders. Ein Ehrenamt sei „ein ehrenvolles und freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist“, zitierte er Wikipedia. „Wir stehen voll hinter der Feuerwehr“, sagte er und betonte die Bedeutung der Wehr für Sicherheit und Gemeinschaft und nannte sie „alternativlos“. Aber er pocht darauf, dass die SG Aue sparen muss. „Wir waren angetreten, um die Kosten zu reduzieren. Hat sich die Fusion dabei in diesem Fall gelohnt? – Ich meine nein“, sagte er. „Dass wir sparen müssen, ist auch der Feuerwehr zuzumuten“, so Dobslaw. Und weiter: „Für mich ist diese Erhöhung vor dem Hintergrund des Zukunftsvertrages ein finanzpolitischer Amoklauf, der außerdem das Ehrenamt massiv beschädigt“, denn neben einzelnen Funktionsträgern habe „der Mann am Rohr“ nichts davon.

Dennoch kam der Vorschlag durch, wenn auch nicht einstimmig. Sieben Räte stimmten gegen den Entwurf, sie kamen gemischt aus allen politischen Gruppen der Ratsversammlung Aue.

Von Kai Hasse

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