DRK-Kreisverband zieht erste Bilanz für Notunterkunft auf ehemaligem BGS-Gelände

Bad Bodenteich: Mehr als 300 Flüchtlinge sind schon da

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Die Sporthalle auf dem früheren BGS-Gelände in Bad Bodenteich ist die erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge. Seit dem 4. Dezember hat das DRK 318 von ihnen vor Ort aufgenommen.

bs Bad Bodenteich. Insgesamt 318 Flüchtlinge, vorwiegend Familien, sind bis Donnerstag in der Notunterkunft auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich aufgenommen worden.

Diese Zahl nennt Meike Karolat, Pressesprecherin des DRK-Kreisverbandes Uelzen, der das Camp im Auftrag des Landes seit dem 4. Dezember betreibt.

Die Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Irak, Iran und Syrien. Der syrische Anteil beträgt etwa ein Drittel der Bewohner. Im Camp sind 152 Kinder, vom Säugling bis zum Alter von 17 Jahren, zudem 103 Männer und 63 Frauen registriert. Zuletzt wurden am Donnerstag Flüchtlinge im Camp aufgenommen. Einige von ihnen sind aber auf eigenen Wunsch per Bus zum Bahnhof nach Uelzen gefahren worden. Von dort reisten sie auf eigene Faust weiter.

„Viele der Menschen sind von den Strapazen der Flucht gezeichnet und sind daher froh, endlich ein wenig zur Ruhe zu kommen und sich zu erholen“, berichtet Meike Karolat. Aufgrund der Witterung und mangelnder Winterbekleidung hätten viele von ihnen mit grippalen Infekten zu kämpfen.

„Es findet täglich eine Sprechstunde statt“, sagt Chris Maluck, medizinischer Leiter des Camps. Diese werde gut angenommen. Es gibt außerdem regelmäßig Röntgenuntersuchungen. „Auch ein Kinderarzt war vor Ort und hat sich um die jüngsten Bewohner gekümmert“, erklärt Maluck. Ansonsten klagten viele Flüchtlinge über Zahnschmerzen. „Diese werden von Ärzten in Bad Bodenteich oder Uelzen behandelt.“ „Das Leben im Camp ist ruhig und entspannt, es spielt sich langsam ein“, sagt der Leiter der Einrichtung, Daniel Muhsik. Die Kinder seien vornehmlich mit Fußballspielen beschäftigt. Die verschiedenen Nationalitäten arrangierten sich im Zusammenleben. Das laufe gut, so Muhsik. Das DRK hofft, täglich 50 weitere Personen aufnehmen zu können, damit zum Jahresende die angestrebte Zahl von 750 erreicht ist. Die Landesaufnahmebehörde will Anfang 2016 mit der Registrierung der Flüchtlinge beginnen.

Von Bernd Schossadowski

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