Bodenteicher Politik will Gebäude überregional anbieten / Dr. Hintze hält an Abriss fest

Makler soll Schützenhaus verkaufen

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Auch wenn die Zwischentüren im ehemaligen Schützenhaus offen stehen, wird das Gebäude seit 2013 nicht mehr genutzt. Jetzt will die Politik es über einen Makler anbieten.

Bad Bodenteich. In die Diskussion um die Zukunft des ehemaligen Schützenhauses in Bad Bodenteich kommt Bewegung.

Der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss (VA) des Fleckens hat sich jetzt einstimmig dafür ausgesprochen, das seit Anfang 2013 geschlossene Gebäude über einen überregional tätigen Makler zum Verkauf anzubieten. Das hatte die CDU-Mehrheitsfraktion im Fleckenrat bereits seit längerem gefordert. Die SPD/GFW-Gruppe hatte sich dagegen für einen Abriss der von Schimmel befallenen Immobilie stark gemacht.

„Das Ziel ist, einen möglichst hohen Verkaufswert zu erreichen“, sagt Gemeindedirektor Alexander Kahlert mit Blick auf das VA-Votum. „Das Verfahren hat aber nicht zwangsläufig zur Folge, dass man das Haus auch verkaufen muss.“ Kahlert verweist auf das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz. Dieses schreibe vor, dass Vermögensgegenstände nur zu ihrem vollen Wert verkauft werden dürfen. Deshalb könne der Flecken das Grundstück des Schützenhauses nicht zum symbolischen Preis von einem Euro veräußern, sondern nur zu dessen Verkehrswert. Dagegen sei es rechtlich möglich, das Gebäude – ohne Grund und Boden – für einen Minimalpreis zu verkaufen. Doch das hält Kahlert für nicht ratsam. „Das Haus ist mehr wert als ein Euro, trotz der Schimmelbelastung“, meint er.

Kahlert wird jetzt mit einem Maklerbüro die Konditionen abklären, zu denen das Objekt zum Verkauf angeboten werden kann. „Ich werde natürlich mit offenen Karten spielen und das Büro über den Schimmelbefall und die notwendige Sanierung von Dach, Elektrik, Lüftung und Heizung informieren. Alles andere wäre unredlich“, betont er.

Bürgermeister Edgar Staßar begrüßt den VA-Beschluss. „Ich glaube, dass wir ganz gute Chancen haben, einen Käufer zu finden“, sagt er auf AZ-Anfrage. Dagegen hätte ein Abriss nicht nur Kosten zur Folge, dadurch gingen auch öffentliche Gelder, mit denen das Schützenhaus einst gebaut wurde, verloren, gibt Staßar zu bedenken.

Für SPD und GFW bedeute das einstimmige VA-Votum jedoch keine politische Kehrtwende, erklärt Gruppensprecher Dr. Horst-Michael Hintze. „Unsere Beschlusslage hat sich nicht geändert: Das Schützenhaus muss bald von der Bildfläche verschwinden, damit die Kosten nicht ins Uferlose steigen“, sagt er. Einen Verkauf hält Hintze, der an der jüngsten VA-Sitzung nicht teilnehmen konnte, indes für „absolut unrealistisch“. Sein Gruppenkollege Heinz-Joachim Priebe, der bei der Sitzung zugegen war, sieht den Beschluss des VA als Geste an die CDU-Fraktion: „Wir wollen der Gegenseite die Chance geben, das Haus loszuwerden.“ Sollte das in den nächsten Monaten aber nicht klappen, werde seine Gruppe auf einen Abriss drängen.

Von Bernd Schossadowski

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