Noch immer Rätselraten über Pflasterwölbung auf Schulkreuzung / Gutachten könnte Klarheit bringen

Lüder erwägt Klage gegen Baufirma

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Auf der Pflasterfläche vor der Grundschule Lüder wölben sich zahlreiche Steine nach oben. Der Gemeinderat schließt eine Klage gegen die Baufirma nun nicht mehr aus.

Lüder. Die Probleme mit der Pflasterung im Kreuzungsbereich vor der Grundschule Lüder werden scheinbar zu einer unendlichen Geschichte. Seit der Bauabnahme im Oktober 2010 wölbt sich das Pflaster immer wieder nach oben, viele der Natursteine sind lose.

Dreimal hat die beauftragte Baufirma die Fläche bereits erneuert (AZ berichtete). Doch über die Ursache der Schäden herrscht noch immer Rätselraten. Jetzt reißt dem Rat der Gemeinde Lüder offenbar der Geduldsfaden. Auf der Sitzung am Montagabend war erstmals die Rede davon, Klage gegen die Baufirma einzuleiten.

„Ich sehe keinen anderen Weg, als dass wir den Rechtsweg bestreiten müssen“, sagte Mienold Eilers von der WGA/SPD-Ratsgruppe. Gruppensprecher Tankmar Sauer beantragte, dass die Gemeinde der Firma nun eine Frist auf Nachbesserung setzt. Falls die Schäden bis dahin nicht beseitigt worden sind, soll die Verwaltung ein Gutachten zur Bauausführung erstellen lassen. Zudem soll die Firma darauf hingewiesen werden, dass die Gemeinde sich rechtliche Schritte vorbehält. Einstimmig folgte der Rat diesem Antrag. Das Thema soll nun noch einmal im Bauausschuss beraten werden.

Allerdings wäre die Erstellung eines Gutachtens mit Risiken verbunden, erklärte der stellvertretende Gemeindedirektor Hendrik Schulze. Eine gerichtsverwertbare Expertise würde etwa 3000 Euro kosten. Das Ergebnis sei aber ungewiss. „Im besten Fall hätte die Gemeinde eine rechtliche Handhabe gegen die Baufirma, im schlimmsten Fall würde man auf den Kosten des Gutachtens sitzen bleiben“, gab Schulze zu bedenken.

Auch Bauexperten können sich die Wölbung der Pflasterung, die im Rahmen der Dorferneuerung erstellt worden war, nicht erklären. Bei einem Ortstermin hatten Vertreter aus Politik, Verwaltung und Behörden vor Kurzem einige Steine entfernt. „Im Unterboden stand Wasser. Das darf aber nicht passieren“, sagte Bürgermeister Jürgen Schulze. Für die Experten sei das ein Rätsel gewesen. An mehr als 50 Stellen im einstigen Regierungsbezirk Lüneburg seien solche Pflasterarbeiten ausgeführt worden, hätten die Baufachleute erzählt. Außer in Lüder seien nirgendwo Probleme mit losen Steinen aufgetreten.

Christiane Kruse (CDU) vermutete, dass der Untergrund für Bremsmanöver von Fahrzeugen mit hohen Geschwindigkeiten nicht geeignet sei. „Das kann das Pflaster nicht abfangen“, meinte sie. Tankmar Sauer verwendete in diesem Zusammenhang das Wort „Planungsfehler“.

Unterdessen trifft die Gemeindeverwaltung Vorkehrungen für die Verkehrssicherheit auf der Kreuzung. Sie hat laut Hendrik Schulze beim Landkreis beantragt, Schilder mit der Aufschrift „Schlechte Wegstrecke“ aufzustellen.

Von Bernd Schossadowski

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