Bad Bodenteicher Schützengilde: „Schützenhaus ist nicht marode und baufällig“

Land fordert Nutzungskonzept

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Vom Schützenhaus ins Festzelt: Auch im nächsten Jahr droht der Bodenteicher Schützengilde der Umzug in ein Zelt. Die Kosten beliefen sich in diesem Jahr auf 5000 Euro.

Bad Bodenteich. Ein wenig enttäuscht reagierte Thomas Ziemer als er aus der Zeitung erfuhr, dass das Schützenfest 2014 wohl wieder in einem Festzelt stattfinden müsse.

Der zweite Vorsitzende der Schützengilde Bodenteich wundert sich vor allem deshalb darüber, weil doch seitens der Bauaufsicht – in diesem Fall der Landkreis Uelzen – nach mehreren Detailfragen „unter bestimmten Bedingungen“ keine Bedenken gegen die Nutzung des Schützenhauses bestünden. „Die Beistellung von zwei Brandwachen hatten wir in unserem Antrag sofort erklärt“, bekräftigt Ziemer.

Doch trotz der Bemühungen der Schützengilde wollte der Kommunale Schadensausgleich (KSA) den Versicherungsschutz nicht übernehmen. „Die definitiven Gründe sind uns nicht bekannt“, beklagt sich der zweite Vorsitzende. Auch eine schriftliche Absage seitens der Gemeinde hätten die Schützen nie bekommen. „Ich habe die Zusammenhänge telefonisch erklärt“, schildert Bad Bodenteichs Gemeindedirektor Alexander Kahlert. Im Zuge des Telefonats habe er die Auffassung des KSA mitgeteilt. Dieser habe gesagt, dass eben nicht nur der Brandschutz von Belang wäre, sondern auch die Elektrik und die Dachsituation. In Addition der gesamten Probleme habe der KSA sich nicht bereiterklärt, den Versicherungsschutz für das Gebäude zu übernehmen. „Ich habe auch Kontakt zu anderen Versicherungen gehabt“, schildert Kahlert. Doch wenn der KSA die Gebäudeversicherung nicht übernehme, dann auch keine andere Versicherung, so der Gemeindedirektor. Die Haftpflicht für den Veranstalter sei das eine, für das Gebäude ist es etwas anderes.

„Wenn es sich um Kleinigkeiten handeln würde, dann käme kein Sanierungsbedarf von einer Million Euro zusammen“, betont Kahlert. Nur wenn ein überzeugendes Nutzungskonzept vorliegt, wäre das Land bereit, die von der Politik gewünschte Förderung zur Sanierung zu gewährleisten. Und ein überzeugendes Nutzungskonzept setzt eben voraus, dass am Ende eine schwarze Null steht. „Wenn wir das Nutzungskonzept nicht haben, dann passiert seitens des Landes nichts“, unterstreicht der Gemeindedirektor. Dabei müsse bedacht werden, dass auch ein Eventmanager Geld kostet. Ein Punkt, der der Schützengilde sauer aufstößt: „Es wird oft behauptet, dass das Gebäude völlig marode und baufällig ist. Dem ist aber nicht so“, ärgert sich Thomas Ziemer. Schließlich sei in mehreren Gutachten festgestellt worden, dass das Schützenhaus eine „grundsolide Bausubstanz“ habe.

Von Jörn Nolting

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