Partystimmung mit „Bett im Kornfeld“

Jürgen Drews mit seiner Band zu Gast: Der „König“ von Emern

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Jürgen Drews singt in Emern nicht nur – er zeigt auch vollen Körpereinsatz. Einmal, ganz kurz, präsentiert der 71-Jährige seinen mallorcabraunen Fast-Waschbrett-Bauch.

Emern. Natürlich – irgendwann, es ist schon dunkel, kommt dann auch das „Bett im Kornfeld“. Mit diesem Lied ist er einst berühmt geworden. 1976 war das. 40 Jahre später steht Jürgen Drews am Sonnabend in Emern auf der Bühne und singt diesen, „seinen“ Schlager.

Die Konzertbesucher machen Jürgen Drews zum „König von Emern“. Sie singen seine Lieder und feiern mit ihm bis in die Nacht.

71 ist Drews im vergangenen Monat geworden – ein Teil des Publikums ist ähnlichen Alters. Doch die überwiegende Zahl derer, die zu diesem aus Anlass der 42. Jubiläumsmesse der Firma Livos angebotenen Konzert auf die Wiese gekommen sind, zählen weniger Jahre. Viele waren, wie Drews stichelte, wohl noch nicht geboren, als 1978 „Wir zieh’n heut’ Abend aufs Dach“ landauf, landab aus den Radios klang.

Ja, er kokettiert schon gekonnt mit seinem Alter, dem er zwar nicht weglaufen kann, aber sich doch dagegen stemmt: Mit laszivem Hüftschwung, federndem Gang in knackigen Jeans und – einmal, nur ganz kurz – der Zurschaustellung seines mallorcabraunen Fast-Waschbrett-Bauches – der Mann hat’s noch drauf. Und er hat sein Publikum im Griff. Schon nach den ersten Takten seines Start-Songs „Irgendwann, irgendwo, irgendwie seh’n wir uns wieder“ wippen die Füße, gehen die Körper der vielen vor der Bühne Stehenden im Rhythmus mit.

Drews plaudert zwischendurch aus seinem abwechslungsreichen Leben, greift schlagfertig Zurufe auf, gibt sich ungekünstelt und mit lockerer Natürlichkeit, zeigt, dass er trotz eines halben Jahrhunderts Bühnenlebens die Nähe des Publikums braucht und auch sucht. Er ist es von der beliebten Urlauber-Insel Mallorca her gewohnt, erst anzutreten, wenn der Tag der Nacht weicht, hier ist es dem „König von Mallorca“, der für einen Abend der „König von Emern“ ist, viel zu lange viel zu hell...

Seine Fans stört das nicht, sie singen gern und laut mit, recken die Arme zum Himmel. Ein schöner Abend zum Zuhören, Schunkeln und Tanzen unter einem hinter Wolkenfusseln sich versteckenden Vollmond.

Von Folkert Frels

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