Nur ein kleiner Teil der Strecke

Die Bad Bodenteicher hoffen, dass das Nachfolgeprojekt der RegioSadtBahn, „Regionalbahnkonzept 2014+“, erfolgreich umgesetzt werden kann. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich/Wieren. Der Zweckverband Großraum Braunschweig kündigt Angebotsverbesserungen im Schienenpersonennahverkehr in der Region Braunschweig an. „Unser „Regionalbahnkonzept 2014+“ ist eine sehr gute Alternative zur RegioStadtBahn“, so Verbandsdirektor Hennig Brandes im Ausschuss für Regionalverkehr des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB). „Wir konzentrieren uns auf realisierbare Maßnahmen und werden so stufenweise einen verbesserten Schienenpersonennahverkehr in der Region Braunschweig anbieten können“, so Brandes weiter.

Mit zu der Region Braunschweig gehören auch Bad Bodenteich und Wieren. Aber eben auch der Landkreis Uelzen und die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). „Wir haben nicht die Federführung“, betont LNVG-Pressesprecher Rainer Peters. Die liegt laut Peters bei der ZGB, denn immerhin ist die Strecke von Uelzen bis Wittingen nur ein „kleiner Zipfel“ der Gesamtstrecke. In Bad Bodenteich fühlt man sich jedoch ein wenig vernachlässigt – auch vom Landkreis Uelzen. „Für uns ist die Strecke sehr interessant“, unterstreicht Bodenteichs Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling. Doch weder vom Landkreis noch von der LNVG kommen klare Signale. Er verspricht sich mehr Erfolg vom neuen Konzept.

Doch die Grundvoraussetzung dafür ist eine zügige Vergabe des Schienenpersonennahverkehrs im Wettbewerb. Im Rahmen eines neuen Betriebskonzeptes sollen die Elektro- und Dieselnetze neu zugeschnitten werden und der Betrieb sowie der Fahrzeugeinsatz werden optimiert. So entstehen für die Bewerber um Betriebsleistungen attraktive Teilnetze, die effektiv und kostengünstig betrieben werden können.

Davon verspricht sich der Verband gegenüber heute deutliche Preisvorteile, so dass ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 mehr Betriebsleistung bestellt werden kann. Ein verbessertes Angebot bedeutet mehr Fahrgäste und dies mehr Fahrgeldeinnahmen, die wiederum für bessere Angebote eingesetzt werden können. So will der Verband das Schienenpersonennahverkehrsangebot in der Region stufenweise verbessern. Neben besserem Takt habe man besonderen Wert auf verbesserte Verknüpfungen gelegt.

„Der Fahrgast honoriert im Schienenpersonennahverkehr schnelle Verbindungen und kurze Umsteigezeiten“, so Brandes. Das betrifft vor allem Knotenpunkte in Mittelzentren wie beispielsweise Gifhorn und Goslar. Es müsse im Gegensatz zur RegioStadtBahn bedacht werden, dass nicht alle Fahrgäste aus der Region die Braunschweiger Innenstadt zum Ziel hätten. Zwei Stunden von Uelzen bis Braunschweig – da ist allerdings jeder Autofahrer schneller.

Das sieht auch Harald Benecke, Samtgemeindebürgermeister von Wrestedt, so. Für die Wierener hat die Bahnstrecke eine andere Bedeutung als für die Bodenteicher, so der Verwaltungschef. Während die Bodenteicher Priorität auf den Tourismus setzen, nutzen die Wierener die Strecke vorwiegend für den Schülertransport. Das Thema RegioStadtBahn ist für Benecke allerdings auch nicht ganz neu: „Schon vor 20 Jahren gab es die ersten Ideen.“ Dann war immer mal wieder Ruhe eingekehrt.

Von Jörn Nolting

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