Klares Ja aus Bodenteich

Das Wrestedter Rathaus wäre der künftige Hauptsitz der dann umbenannten Samtgemeinde Aue, wenn es zu einer Fusion zwischen Wrestedt und Bodenteich käme.

Bad Bodenteich - Von Jörn Nolting. Von einem nicht-alltäglichen Tagesordnungspunkt sprach Bodenteichs Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling am Mittwochabend während der Sitzung des Samtgemeinderates. „Strukturprozess der Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt“ lautete Punkt acht auf der Tagesordnung nüchtern.

„Wir führen diese Verhandlungen zur Reform nicht freiwillig, sondern unter der besonderen Bedingung des Zukunftvertrages“, sagte Kölling. Er hält die Fusion für die kostengünstigste und auch für die Einwohner der Samtgemeinde Bodenteich beste Struktur. „Die Mitgliedsgemeinden wollen die von ihr vorgehaltene Infrastruktur nicht gefährden und selbst über ihre Ausgestaltung zur Wahrung der Lebensqualität in der Identität ihrer Orte entscheiden“, so der Samtgemeindebürgermeister. Eberhard Siemeke (CDU) sprach von einer „der wichtigsten Entscheidungen“. „Ich weiß, wie schwer es ist, zu diesem Ergebnis zu kommen“, blickte er zurück auf Sitzungen, Besprechungen und Diskussionen in der Öffentlichkeit. Aber der Christdemokrat wagte auch einen Blick in die Zukunft: „Wir sind nicht festgelegt. Neue Räte können die Struktur weiter verändern.“

Herbert Rathje (SPD) mahnte an, dass nach einer Fusion nicht wieder ein Defizit aufgebaut werden darf. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir unsere Eigenarten akzeptieren und zusammenfinden“, sagte der Sozialdemokrat auch in Richtung Wrestedt. Den Blick in die Nachbarkommune wagte auch Wilfried Nickel von der Wählergemeinschaft Bodenteich und stellte die Frage in den Raum, ob mit den künftigen Partnern immer richtig umgegangen wurde. „Man muss sich leiden mögen“, betonte Nickel. Will man einen Partner gewinnen, so muss man mehr auf ihn eingehen, sagte der Ratsherr mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse im Wrestedter Samtgemeinderat.

Horst-Michael Hintze (FDP) sprach von der Fusion von einem ersten Schritt, der gemacht werden muss. Außerdem will er sich im Kreistag dafür stark machen, dass der Landkreis Uelzen auf die Kreisumlage verzichtet.

Während sich die Bodenteicher Ratsvertreter alle einig waren und ohne Gegenstimme für Fusionsvertrag, Hauptsatzung und den Gebietsänderungsvertrag stimmten, sieht das Meinungsbild in der Samtgemeinde Wrestedt anders aus. Am Mittwoch tagte nämlich auch der Samtgemeindeausschuss in Wrestedt und auch nach langer Diskussion lehnen die Sozialdemokraten die Fusion mi t Bodenteich ab und bleiben bei dem Modell Einheitsgemeinde.

Die zwei Drittel Mehrheit der SPD- und WUB-Gruppe im Wrestedter Samtgemeinderat würde reichen, um das gesamte Fusionsvorhaben zunichte zu machen.

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