Zu unwirtschaftlich: Politiker der Samtgemeinde Aue lehnen Sanierung der Grundschule Bodenteich ab

Klare Tendenz in Richtung Neubau

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Die Grundschule Bad Bodenteich muss dringend renoviert werden. Der Samtgemeindeausschuss favorisiert einen Neubau.

Bad Bodenteich. Sanierung oder Neubau: Wie geht es mit der Grundschule Bad Bodenteich weiter? Über diese Frage diskutierte jetzt der nicht öffentlich tagende Samtgemeindeausschuss.

„Die Tendenz geht eindeutig in Richtung Neubau“, fasst Aues Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke das Ergebnis der Beratungen zusammen.

Der Sanierungsbedarf in dem aus den frühen 1950er Jahren stammenden Schulgebäude ist sehr hoch. Wie berichtet, müssen unter anderem die undichten Flachdächer der Pausenhalle und des hinteren Gebäudetrakts dringend erneuert werden. Auch Leuchten, Fenster, Fußböden, elektrische Leitungen und die Wärmedämmung sind nicht mehr auf einem modernen Stand. Außerdem muss das alte Blockheizkraftwerk in der Schule in absehbarer Zeit ausgetauscht werden.

„Unter energetischen Gesichtspunkten ist das ein Problembau“, meint Benecke daher. Nach einer ersten Schätzung würde eine umfassende Sanierung der Schule – aber ohne den Einbau einer neuen Heizungsanlage – rund 5,3 Millionen Euro kosten. „Doch selbst dann hätte man noch ein altes Gebäude“, gibt der Verwaltungschef zu bedenken. Sein Fazit: „Eine Sanierung macht keinen Sinn. Sie ist zu kostenträchtig und nicht zielführend.“ Auch die Hoffnung der Samtgemeinde, dafür öffentliche Zuschüsse zu bekommen, hat sich im Verlauf dieses Jahres zerschlagen.

Max Lemm, Sprecher der CDU/WGA-Gruppe im Samtgemeinderat, hält eine Sanierung ebenfalls für den falschen Weg. „Ein Neubau ist die einzig sinnvolle Lösung“, sagt er. Berechnungen zufolge wäre dieser auch nicht teurer als eine Sanierung. Entscheidend sei die Frage, wo die Schüler während der Erstellung eines Neubaus untergebracht werden könnten. Als Alternative biete sich das ehemalige Gebäude der Oberschule Bad Bodenteich am Leinenberg an. Dort könnten die Schüler eventuell übergangsweise unterrichtet werden, schlägt Lemm vor. Zuvor müsse aber geklärt werden, wie teuer dort der Umbau und die Erfüllung der Brandschutzauflagen wären. Lemm hofft, dass der Landkreis Uelzen, dem das Gebäude gehört, einer Nutzung zustimmt.

Auch Andreas Dobslaw, Sprecher der SPD/Dr. Hintze/Grünen-Ratsgruppe, plädiert für einen Neubau: „Das ist die wirtschaftlichste Variante. Außerdem hätten wir dann 30 Jahre Ruhe.“ Ein komplett neues Gebäude trage auch zur Sicherung des Schulstandortes Bad Bodenteich bei. „Wir brauchen eine zeitgemäße Ausstattung, anstatt Flickwerk für Schüler und Lehrer zu schaffen“, bekräftigt Dobslaw.

Auf seiner nächsten Sitzung will der Samtgemeindeausschuss noch einmal über dieses Thema diskutieren. Danach wird möglicherweise entschieden, wer die Planung und Kostenermittlung für einen Neubau übernehmen soll.

Von Bernd Schossadowski

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