Straßenbaubehörde des Landes lehnt Wunsch der Langenbrügger nach Reduzierung in der Nacht ab

Klare Absage an Tempo 30

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Reger Verkehr herrscht täglich auf der Ortsdurchfahrt von Langenbrügge – zum Leidwesen der Anwohner.

Langenbrügge. Sie rollen Tag und Nacht durch Langenbrügge, in Spitzenzeiten im Minutentakt: Die vielen Lastwagen sind für die Anwohner der Ortsdurchfahrt nur noch schwer zu ertragen. „Das ist eine sehr große Beeinträchtigung.

Ich kann nachts nicht gut schlafen – und das geht auch anderen so“, schimpft die Langenbrüggerin Marie-Luise Stünkel über den Verkehrslärm auf der L 270.

Doch auch künftig werden die Anwohner nicht ruhiger schlafen. Denn wie jetzt bekannt wurde, hat die Landesstraßenbaubehörde den Antrag der Samtgemeinde Aue abgelehnt, die Höchstgeschwindigkeit auf der L 270 zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens auf 30 Kilometer pro Stunde zu verringern. Das hatten mehrere Langenbrügger gefordert (AZ berichtete).

Die Straßenverkehrsordnung schreibe innerorts maximal 50 km/h vor, erklärt Dirk Möller, Leiter des Lüneburger Geschäftsbereichs der Behörde, auf AZ-Anfrage. Tempo 30 könne nur dann angeordnet werden, „wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit erheblich übersteigt“. Das treffe auf Langenbrügge aber nicht zu. „Dort gibt es keine Gefahrenlage, die das rechtfertigen würde“, betont Möller.

Das kann Marie-Luise Stünkel nicht nachvollziehen. „Ich bin sauer“, gibt sie zu. Möller sei offenbar nur daran interessiert, dass der Verkehr möglichst flüssig durch den Ort rolle. „Er nimmt aber nicht genug Rücksicht auf die Bevölkerung. Ihn interessiert anscheinend überhaupt nicht, was die Menschen, die an dieser Straße wohnen, aushalten müssen“, kritisiert sie.

Verärgert über das Nein aus Lüneburg ist auch der Bad Bodenteicher Ratsherr Heinz-Joachim Priebe (GFW). Er hält Tempo 30 während der Nacht allerdings nur für „Kosmetik“, denn dadurch werde „nichts Entscheidendes verbessert“. Grundlegend würde sich die Situation erst durch eine Ortsumgehung ändern, meint er.

Gemeindedirektor Alexander Kahlert hat Verständnis für die Sorgen der Anwohner. „Vom Menschlichen her kann ich das nachvollziehen. Maßgebend sind aber objektive Rahmenbedingungen“, sagt er. Konkret heißt das: Der Verkehrslärm überschreite die gesetzlichen Grenzwerte nicht. „Außerdem müsste Tempo 30, wenn es kein Papiertiger sein soll, überwacht werden. Doch wer soll das nachts machen?“

Von Bernd Schossadowski

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