Brand im Bodenteicher Waldbad zerstört Kücheneinrichtung – doch diese ist nicht versichert

Nach Brandstiftung: Kiosk-Pächter steht vor dem Nichts

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Armin Casper, Pächter des Bodenteicher Waldbad-Kiosks, blickt auf die zerstörte Einrichtung in der Küche. Unbekannte hatten zwei Mülltonnen vor dem Haus angezündet – die Flammen griffen auf das angrenzende Wohnhaus und den Kiosk über.

Bad Bodenteich. Mit seinem rußgeschwärzten Gesicht sieht Armin Casper aus wie ein Bergmann. Doch der Pächter des Kiosks im Bodenteicher Waldbad schuftet gestern nicht unter Tage, sondern räumt die Überreste seiner Kücheneinrichtung auf.

Ein Feuer hat dort am Mittwochmorgen fast das gesamte Inventar zerstört. Decken und Wände sind völlig verrußt, elektrische Leitungen zerstört, Töpfe und Pfannen nur noch schwarze Klumpen, am Boden liegen groteske Gebilde aus geschmolzenem Kunststoff.

Weite Teile der Inneneinrichtung im Waldbad-Kiosk sind verkohlt, Wände und Decken sind völlig verrußt.

Casper schüttelt ungläubig den Kopf. „Mein Schaden beläuft sich auf etwa 25 000 Euro. Den muss ich wohl selbst tragen“, erklärt der Kiosk-Pächter. Denn wegen der hohen Prämien habe er auf den Abschluss einer Hausratversicherung verzichtet. Dagegen ist das Gebäude, das der Samtgemeinde Aue gehört, laut Verwaltungschef Harald Benecke versichert. Das Waldbad bleibt trotz des Brandes geöffnet, betont dessen Leiter Timo Scheller. Nur im Kinderbereich könnte es Einschränkungen geben, weil das Stromkabel einer Umwälzpumpe vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch die Sommerparty des Waldbad-Fördervereins findet am morgigen Freitag wie geplant statt.

An der Fassade des Wohnhauses und auf der Terrasse sind die Brandschäden unübersehbar.

Unterdessen blickt Casper, der den Kiosk im dritten Jahr betreibt, in eine ungewisse Zukunft. „Ich muss schauen, was ich hier noch retten kann. Das ist ganz bitter“, sagt er, während er durch Löschwasserreste, vermischt mit Ruß, watet. Der Pächter trägt den Schicksalsschlag mit Fassung. „Jetzt heißt es: in die Hände spucken und Gas geben“, zeigt er sich kämpferisch. Auch seinen Humor hat Casper nicht verloren – und dieser kommt genauso schwarz daher wie die verrußten Kiosk-Wände. „Ich habe eben die Firma Formata angerufen. Sie braucht die Altpapiertonne nicht zu leeren“, erzählt Casper und zeigt auf die verkohlten Überreste der Tonne vor dem Haus. Von dort hatte sich das Feuer ausgebreitet.

Ein Übergreifen der Flammen auf ihr Mehrfamilienhaus am Bodenteicher Waldweg konnten Andrea und Matthias Belitz dagegen gerade noch verhindern. Etwa 45 Minuten, bevor das Feuer am Waldbad ausgebrochen war, hatten drei Mülltonnen vor dem Wohnhaus der fünfköpfigen Familie gebrannt. Auch dort war die Ursache offenbar Brandstiftung.

„Wir schlafen immer bei offenem Fenster“, erzählt Andrea Belitz. Vom Knistern der Flammen und dem hellen Feuerschein wurde die junge Frau mitten in der Nacht wach. „Ich habe sofort meinen Mann geweckt und gesagt: ,Wir müssen hier ganz schnell raus, die Mülltonnen stehen lichterloh in Flammen‘“, erinnert sie sich. Während sie die Nachbarn aus dem Schlaf klingelte, holte ihr Mann den Gartenschlauch aus dem Keller und löschte die brennenden Tonnen vor der Haustür. „Wir haben wirklich Glück gehabt“, atmet Andrea Belitz auf.

Sie fragt sich nun, ob es jemand auf die Bewohner des Hauses abgesehen hat. Denn am 25. April hätten schon einmal Mülltonnen vor der Tür gebrannt, berichtet die Bodenteicherin. Damals habe ein Nachbar die Flammen schnell gelöscht. Doch womöglich schlägt der unbekannte Feuerteufel demnächst noch einmal zu, befürchtet Andrea Belitz.

Von Bernd Schossadowski

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