Ernüchterung in Bad Bodenteich: Landesstraßenbaubehörde unterstützt Wunsch nicht

Keine Ortsentlastung in Sicht

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Eine Ortsentlastung für Bad Bodenteich liegt in weiter Ferne: Die Landesstraßenbaubehörde schließt aus, dass das Land Geld für den Bau bereitstellt. Eine Entlastung werd es erst durch die A 39 geben.

Bad Bodenteich. Der Schwerlastverkehr versperrt die Kreuzung vor dem Braunschweiger Hof in Bad Bodenteich und die Langenbrügger Anwohner an der Landesstraße 270 beklagen sich über laute Lkws.

Eine Ortsentlastungsstraße muss her, wünschen sich die Bad Bodenteicher und die Einwohner der benachbarten Orte an der L 270. Doch seit Donnerstag macht sich Ernüchterung breit. Ein Gespräch mit Dirk Möller, dem Leiter der Landesstraßenbaubehörde, im Bad Bodenteicher Rittersaal machte deutlich: Die Behörde werde keine Ortsentlastung bauen.

„Ein Neubau von Landesstraßen wird seit den 80er Jahren nicht mehr betrieben“, schilderte Möller den Vertretern aus Politik und Verwaltung. Möller sprach außerdem von einer für eine Landesstraße nicht sehr hohen Verkehrsdichte. „Die Straße ist aufgrund ihrer Breite auslegbar für 10 000 bis 12 000 Fahrzeuge“, sagte Möller und präsentierte die Ergebnisse einer Straßenverkehrszählung aus dem Jahr 2010. Die höchste Dichte wurde seinerzeit im Ortskern von Bad Bodenteich gezählt: 7100 Fahrzeuge plus 1000 Lkws. In Richtung Norden waren es 5700 plus 400, in südlicher Richtung 3500 plus 300. „Aufgrund der Verkehrszahl ist eine Veranlassung nicht gegeben“, lautet Möllers nüchternes Fazit. Doch er ergänzt: „Die subjektive Belastung ist hoch.“

Immer wieder wird von den Verfechtern für die Ortsentlastungsstraße das Beispiel der Ortsumgehung Kirchweyhe in die Waagschale geworfen. Doch der Vergleich hinkt: „Im Fall von Kirchweyhe handelt es sich um eine Bundesstraße. Dort wurden übrigens bis zu 14 000 Fahrzeuge gezählt – rund doppelt so viele wie in Bad Bodenteich.

Die Ausführungen von Möller führen zu unterschiedlichen Reaktionen. Bad Bodenteichs Gemeindedirektor Alexander Kahlert hält aufgrund der Ausführungen von Möller jegliches Handeln in Richtung Ortsentlastung derzeit für „nicht effektiv“.

Enttäuscht, aber nicht entmutigt sind Wolf-Dieter Hiltner (SPD) und Heinz Priebe (WGA). „Es war recht ernüchternd“, sagt Hiltner. Er will die Land- und Bundestagsabgeordneten ansprechen. „Wir haben keine Chance, etwas über die Samtgemeinde Aue oder den Landkreis in Gang zu bringen“, bedauert der Sozialdemokrat. „Wir müssen auf der politischen Ebene weiterkämpfen“, sagt auch Priebe und will das Thema im Gespräch halten. Der WGA-Politiker sieht vor allem während des Baus der Autobahn 39 Bad Bodenteich in der Klemme zwischen den nördlichen und südlichen Enden der Trassenteile. Schließlich ist der Abschnitt um den Flecken der letzte in der Planung. Der Autobahnverkehr würde dann über die L 270 laufen. Hinzu komme dann noch die Trasse der B 190n südlich von Bad Bodenteich. „Der Bund ist in diesem Fall nicht in der Verpflichtung“, so Dirk Möller. „Die Fakten und Zahlen sind unumstößlich“, bedauert Hiltner, „unser Problem wird sein, dass es mit der Geduld der L-270-Anlieger irgendwann vorbei ist.“ Eine positive Perspektive seitens Dirk Möller: Wenn die A 39 fertig sei, dann reduziere sich laut Prognosen der Verkehr in Bad Bodenteich auf der L 270 auf 1000 bis 1500 plus 100 Lkws.

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