Infoabende und Fragebögen zur Einführung in der Samtgemeinde Aue geplant

Ganztagsgrundschulen: Jetzt haben die Eltern das Wort

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So sieht der erste Entwurf des Fragebogens aus, auf dem Eltern aus der Samtgemeinde Aue ihre Meinung zur möglichen Einführung von Ganztagsgrundschulen äußern können.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Soll in den drei Grundschulen der Samtgemeinde Aue – in Bad Bodenteich, Wrestedt und Wieren – zum Schuljahresbeginn 2017/18 ein Ganztagsangebot eingeführt werden?

Und wie soll die Organisationsform dieser Schulen aussehen? Darüber werden demnächst die Eltern entscheiden. Die Verwaltung hat Fragebögen erarbeitet, mit denen der Bedarf an Ganztagsschulen ermittelt werden soll. Zuvor werden im Mai drei Informationsabende für Eltern in den genannten Orten angeboten.

Dass eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler sinnvoll ist, darüber war sich jetzt der Schulausschuss der Samtgemeinde einig. „Es wäre wünschenswert, wenn das käme. Das wäre dringend geboten“, meinte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Christiane Kruse (CDU).

Drei Organisationsmodelle stehen zur Auswahl. Bei der offenen Ganztagsschule finden außerschulische Angebote grundsätzlich nach dem Unterricht statt. Die Teilnahme ist freiwillig. Bei der teilgebundenen Form sind alle Schüler an einem oder zwei Tagen in der Woche zum Schulbesuch bis etwa 15.30 Uhr verpflichtet. An diesen Tagen wechseln sich Unterricht und außerschulische Aktivitäten, zum Beispiel in Kooperation mit Sportvereinen oder Feuerwehren, ab. Beim dritten Modell, der gebundenen Ganztagsschule, würden alle Schüler an mindestens vier Tagen in der Woche bis etwa 15.30 Uhr in der Schule sein. Unterricht und außerschulische Angebote würden verzahnt.

Die Grundschul-Leiter Annette Schneider (Wrestedt), Ursula Karfeld (Bad Bodenteich) und Wolfgang Hadel (Wieren) sprachen sich für das teilgebundene Modell aus. „Für uns ist das aus pädagogischen Gründen die einzige sinnmachende Form“, sagte Schneider. Positiv sei, dass mit der Ganztagsbetreuung ein gemeinsames Mittagessen für die Schüler eingeführt würde. „Für viele Kinder ist das heute nicht mehr selbstverständlich. Dabei können sie Sozialkompetenzen erwerben“, erklärte sie. Zudem entlaste die Ganztagsschule das Elternhaus, weil Hausaufgaben in der Schule angefertigt würden.

Der Ausschuss empfahl, dass nach den drei Infoabenden die Fragebögen verschickt werden sollen. Diese richten sich ausschließlich an Eltern, deren Kinder derzeit in der ersten oder zweiten Klasse unterrichtet werden oder die drei bis fünf Jahre alt sind und einen Kindergarten besuchen. Mit dem Ausfüllen der Bögen melden die Eltern ihre Kinder noch nicht verbindlich an. Die Antworten sollen allein Auskunft über den Bedarf geben.

Das neue Angebot soll auch nur dann eingeführt werden, wenn sich eine deutliche Mehrheit der Eltern dafür ausspricht. Kinder aus der Samtgemeinde Aue, die nicht auf eine verpflichtende Ganztagsschule geschickt werden sollen, müssten auf andere Schulen im Kreis ausweichen.

Von Bernd Schossadowski

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