Die Eltern haben die Wahl / Befragung startet nächste Woche

Infoabend in Bad Bodenteich zu Ganztagsschulen

+
Ende nächster Woche können Eltern in der Samtgemeinde Aue entscheiden, ob sie für oder gegen die Einrichtung von Ganztagsschulen sind. Die Verwaltung verschickt an sie entsprechende Fragebögen.

Bad Bodenteich. Möchten die Eltern in der Samtgemeinde Aue den Ganztagsbetrieb in den drei Grundschulstandorten Bad Bodenteich, Wieren und Wrestedt? Dazu will die Samtgemeindeverwaltung einen Fragebogen in Umlauf bringen.

Über den und wie ein Ganztagsbetrieb aussehen könnte, informierten jetzt Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke und Ursula Karfeld, Schulleiterin der Grundschule an den Seewiesen, rund 50 Eltern.

„Wir können den Eltern nicht einfach nur einen Fragebogen in die Hand drücken, das würde uns keine klaren Ergebnisse bringen“, erklärt Benecke. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen, müsse man die Eltern schon vorher über die Möglichkeiten informieren. Insgesamt habe er das Gefühl, dass die Eltern in der Samtgemeinde Aue Ganztagsschulen wollen.

Doch das von Ursula Karfeld vorgestellteKonzept stieß auf Skepsis. Vor allem die Betreuung der Kinder nach Schulende um 15 Uhr bereitete vielen Eltern Sorgen: Das Hort-Angebot in Bodenteich sorge bisher für Betreuung bis 17 Uhr. „Wie werden die restlichen zwei Stunden überbrückt und bleibt der Hort erhalten?“, fragten die Eltern. Dies sei Sache der Politik, wenn es zu einer Entscheidung in den Gremien über die Ganztagsschulen komme, so Benecke. Der Hort müsse aus seiner Sicht aber erhalten bleiben. Bei der Betreuung nach 15 Uhr sei man auf die Hilfe der Vereine und Kindergärten vor Ort angewiesen. Eine Betreuung durch die Schule bis 17 Uhr sei wegen der Stundendeckelung durch das Land nicht möglich.

Ursula Karfeld verdeutlichte auch, dass die Schulleiter eine sogenannte teilgebundene Ganztagsschule bevorzugen würden. Falls diese eingeführt wird, wäre ein Tag pro Schulwoche für alle Kinder ganztags verpflichtend Unterricht. Die restlichen Tage wären freiwillig. Die gewonnene Stunde solle dafür eingesetzt werden, Förderunterricht oder die sechste Deutschstunde zu geben. „So könnten wir eine zusätzliche Sportstunde am Morgen anbieten, und pädagogisch macht das Modell den meisten Sinn“, erklärte Karfeld. Sie könne aber auch mit einer offenen Ganztagsschule leben, bei der die Teilnahme freiwillig ist.

Den Fragebogen, bekommen die Eltern von Kindergartenkindern und Erst- sowie Zweitklässlern in den nächsten Wochen zugeschickt oder können ihn auf der Homepage der Samtgemeinde herunterladen. Die Umfrage startet nach dem letzten Infoabend am Mittwoch, 18. Mai, um 19.30 Uhr in der Grundschule Wieren. Wenn die Antworten ausgewertet sind, soll es im Juni eine Entscheidung für oder gegen Ganztagsschulen im Schulausschuss geben. „Wir werden den Elternwillen entsprechend berücksichtigen“, so Benecke. Falls die Entscheidung pro Ganztagsschule ausfällt, würden Arbeitskreise für jede Schule ein tiefergehendes Konzept ausarbeiten. Frühestens zum Schuljahr 2017/18 könnte dann ein Ganztagsbetrieb starten.

Von Lars Lohmann

Kommentare