Bad Bodenteicher Schützenhaus: Möglicher Verkauf unter Wert wird kritisch beäugt

Immer noch kein Nutzungskonzept

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Die Tore bleiben weiterhin geschlossen: Das Bad Bodenteicher Schützenhaus darf nur saniert werden, wenn es ein finanziell tragbares Nutzungskonzept gibt.

Bad Bodenteich. Ob das Bad Bodenteicher Schützenhaus saniert werden kann, hängt davon ab, ob es ein Nutzungskonzept gibt. Dieses Konzept sollte zum Ende des gerade vergangenen Jahres stehen – tut es aber nicht.

„Es ist schwierig, etwas Überzeugendes hinzubekommen, was auch finanziell tragbar ist“, sagt Bad Bodenteichs Gemeindedirektor Alexander Kahlert. Die finanziellen Rahmenbedingungen seien aus seiner Sicht „katastrophal“.

In unregelmäßigen Sitzungen tagt ein Arbeitskreis zum Thema Schützenhaus und vor allem zu dem Nutzungskonzept. In diesem Kreis sitzen Vertreter aus der Verwaltung, Politik, Schützengilde sowie aus der lokalen Gastronomie. „Wir kommen nicht weiter“, lautet das Resümee von Kahlert, „aus der Politik kam bisher nichts.“

Ein wenig Hoffnung macht es zwar, dass ein möglicher Interessent sich das Gebäude anschauen will, aber laut Gemeindedirektor handele es sich dabei um eine „lockere Nachfrage“. Die jährlichen Ausgaben des Fleckens für das Gebäude belaufen sich auf rund 40 000 Euro – nur für die Unterhaltung. „Geld für Personal auszugeben, geht nicht“, betont der Gemeindedirektor mit Blick auf ein mögliches Konzept und wartet auf Vorschläge seitens der Politik.

Zur Erinnerung: Selbst wenn es Mittel vom Land geben würde und zwei Drittel der Kosten einer möglichen Sanierung übernommen werden, müsste der Flecken einen Eigenanteil von rund 150 000 Euro aufbringen. Doch das Land fordert eben auch ein Konzept, dass die dauernde Unterhaltung und damit eine schwarze Null des für 700 bis 800 Besucher ausgerichteten Hauses gewährt. Außerdem muss die Kommunalaufsicht der Ausgabe der klammen Gemeinde ebenfalls noch zustimmen. „Es muss konkret nachweisbar sein, dass Nutzer da sind“, unterstreicht Kahlert hinsichtlich des Konzepts.

Eine völlig andere Option wäre der Verkauf des Schützenhauses. Doch der Veräußerung für einen obligatorischen Euro steht vermutlich die Kommunalaufsicht im Wege. „Wir dürfen es nicht unter Wert verkaufen“, erklärt der Gemeindedirektor – und das Haus steht mit 800 000 Euro in den Büchern.

Zum Hintergrund: Das Schützenhaus des Fleckens war zum Ende des Jahres 2012 geschlossen worden, weil weder die Bauaufsicht des Landkreises noch der Kommunale Schadensausgleich einer „dauerhaften Nutzung zugestimmt“ hatten. Das Schützenfest im vergangenen Jahr musste aufgrund dieser Schließung in einem Festzelt gefeiert werden. Das droht der Bad Bodenteicher Schützengilde auch in diesem Jahr. Das Gebäude ist längst zu einem Politikum im Flecken geworden.

Von Jörn Nolting

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