Mit Herzblut in die Wüste

Julia Leunert aus Bad Bodenteich beginnt Freiwilliges Soziales Jahr in Namibia

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Julia Leunert aus Bad Bodenteich hat schon fleißig ihren Reiseführer gewälzt. Die 24-Jährige absolviert ab dem 7. September ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Roten Kreuz in Namibia.

Bad Bodenteich. Aus der blühenden Lüneburger Heide hinein in eine karge Wüstenlandschaft: Diese Reise tritt Julia Leunert aus Bad Bodenteich am 7. September an.

Dann fliegt die 24-Jährige nach Namibia im Süden Afrikas, um dort bis August 2016 ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu leisten. „Damit erfüllt sich mein Traum“, verrät die gelernte Erzieherin. „Ich hatte schon immer Sehnsucht nach Afrika, um dort die Kultur kennen zu lernen. “.

Doch für Julia Leunert wird es beileibe keine Urlaubsreise. Im Rahmen des entwicklungspolitischen Progamms „Weltwärts“, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird, warten viele Herausforderungen auf die junge Bodenteicherin. In dem etwa 10 000 Einwohner zählenden Ort Opuwo, mitten in einem Wüstengebiet mehr als 700 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Windhoek gelegen, wird sie für das namibische Rote Kreuz arbeiten.

„Es geht darum, eigenständig Projekte zu suchen, um die Menschen vor Ort zu unterstützen“, erklärt Julia Leunert. So will sie Schüler unter anderem über Hygienemaßnahmen und den Schutz vor HIV-Infektionen aufklären. Die Verständigung erfolgt auf Englisch. Zudem möchte sie beim Projekt „Kids Club“ mithelfen: In einer Wohnsiedlung für die Ärmsten der Armen am Rande von Opuwo wurde ein Treffpunkt aufgebaut, in dem Kinder Essen und soziale Betreuung bekommen. Auch in einem „Girls Club“ will sich Julia Leunert engagieren. Ihr Ziel ist, das Selbstbewusstsein und die Emanzipation der Mädchen zu stärken. „Es geht darum, gegen das alte Denken anzugehen.“

Ihre Arbeit während des FSJ ist ehrenamtlich. Im Gegenzug erhält sie vom Deutschen Jugendrotkreuz, das den Freiwilligendienst organisiert, 100 Euro Taschengeld und 80 Euro Verpflegungspauschale pro Monat. Die Unterkunft in einer Zweier-Wohnung in Opuwo, die sie sich mit einem 18-jährigen FSJ-ler aus dem bayerischen Ansbach teilen wird, ist kostenlos.

„Das wird ein ganz bereicherndes Jahr für mich. Natürlich wird es auch Schwierigkeiten geben“, weiß Julia Leunert. Damit meint sie nicht nur die glühende Hitze in Namibia – im Februar wird es 50 Grad heiß. Vor allem mit ganz alltäglichen Problemen wird sie zurecht kommen müssen: Immer wieder fällt der Strom aus, es gibt stundenweise kein fließendes Wasser, das Handy-netz ist sehr instabil. „Da lernt man das Leben in Deutschland ganz anders zu schätzen“, meint sie. Hier werde oft auf hohem Niveau gemeckert, dagegen seien die Namibier trotz aller Widrigkeiten mit ihrem Leben zufrieden.

Wer mehr über die 24-Jährige und ihr FSJ erfahren möchte, kann sie per E-Mail unter julie_leunert@yahoo.de kontaktieren.

Von Bernd Schossadowski

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