AZ-Leser können Namen vorschlagen

Henning Bauck zieht auf Reinstorfer Biogut zwei junge Elche auf

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Biogut-Besitzer Henning Bauck und die Besucherin Elisabeth Krüger füttern die beiden Elche mit warmer Milch. Noch haben die Tiere keinen Namen – das soll sich nun aber ändern. 

Reinstorf. Ein wenig neidisch blicken das Zebra „Jambo“ und die argentinischen Falabella-Ponys auf das Nachbargehege. Dort ist gerade Fütterungszeit für die beiden jungen Elche, die seit Kurzem auf dem Biogut von Henning Bauck in Reinstorf leben.

Zwei Plastikflaschen voll warmer Milch halten Bauck und Elisabeth Krüger, regelmäßige Besucherin des Biogutes, den Elchen entgegen. Für die gibt es kein Halten mehr: Gierig saugen die beiden aus Schweden stammenden Riesenhirsche an den Flaschen – schlürfend, schmatzend, wohlig brummend. Schon nach wenigen Sekunden sind die eineinhalb Liter Milch pro Flasche leer. Satt und zufrieden staksen die Elche auf ihren langen, dünnen Beinen davon.

„Wir sind ihre Ersatz-Eltern“, sagt Bauck. Im September hat er den Bullen und die Kuh von einer schwedischen Elchfarm gekauft. Die beiden wurden im Mai geboren, sind aber keine Geschwister. Mit ihnen will Bauck eine Elchzucht beginnen. „Das ist ein privater Spaß“, verrät er. Zwar leben auf dem Gelände des Biogutes bereits 60 Nutztier- und Wildtierrassen – von Bisons über Riesenschildkröten bis zu Angusrindern –, aber bis vor kurzem noch keine Elche. Diese seien sehr empfindlich und schwierig zu halten, erklärt der Biogut-Besitzer. Daher gebe es in Deutschland nur wenige Tierparks, in denen Elche leben.

„Wir haben hier die Möglichkeit, ihnen aufgrund der weitläufigen Flächen ein gutes Leben zu geben“, sagt Bauck, der gemeinsam mit der AZ nun passende Vornamen für die beiden Elche sucht (siehe am Ende des Artikels). Kaltes Wetter kann ihnen übrigens nicht viel anhaben. Sie haben zwar einen gemütlichen Stall, schlafen nachts aber am liebsten im Freien.

Bauck ist erfreut, dass sich die Jungtiere in ihrem neuen Domizil schon gut eingewöhnt haben und sehr zutraulich sind. Nur der Bulle habe anfangs manchmal nach ihm getreten. „Das habe ich ihm aber abgewöhnt“, erzählt Bauck schmunzelnd.

Dreimal täglich füttert er die Elchkuh mit einem Liter Kuhmilch, ihr Artgenosse bekommt dreimal eineinhalb Liter Ziegenmilch. „Die ist bedeutend verträglicher als Kuhmilch“, erläutert er. Auch Pellets mit speziellem Elchfutter, – unter anderem mit Hafer, Mais, Rapsschrot und Leinsamen – bekommen sie zu fressen. Noch ist der Bulle etwas schmächtiger als das weibliche Tier. Doch wenn er ausgewachsen ist, erreicht er eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern. Man dürfe nicht vergessen, dass Elche gefährliche Wildtiere seien, betont Bauck.

Kleine Unterschiede gebe es im Charakter der beiden. „Der Kleine schmust mehr und ist mit anderen Tieren verträglicher“, schildert er. An diesem Tag ist es jedoch die Elchkuh, die sich sanft an die Schulter des Besuchers schmiegt und ihre weiche Schnauze auf den Unterarm legt. Das Sprichwort „Ich glaub‘, mich knutscht ein Elch“ bekommt da eine ganz neue Bedeutung. „Keine Angst“, meint Bauck lachend. „Das sind Vegetarier.“

Von Bernd Schossadowski

Vornamen gesucht

Wie sollen der Elchbulle und die Elchkuh heißen? Zu einer Namensaktion rufen Henning Bauck und die AZ gemeinsam auf. Vorschläge können bis Sonntag, 15. November, per Mail unter mitmachen@cbeckers.de an die AZ-Redaktion geschickt werden, bitte mit dem Hinweis „Elchnamen“ in der Betreffzeile. Jeder Einsender kann einen weiblichen und einen männlichen Vornamen einreichen. Eine Jury wählt daraus die zwei schönsten Vorschläge aus. Die beiden Gewinner erhalten jeweils einen Jahresgutschein für den Besuch der Nutztiersafari auf dem Reinstorfer Biogut.

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