Ein Heim für misshandelte Tiere

Julia Denecke und ihr Mann Tobias betreiben in Langenbrügge ein Tierheim. Allerdings wollen sie dem Heim in Uelzen keine direkte Konkurrenz machen.

Langenbrügge - Von Jörn Nolting. Lautes Hundegebell und das Mähen von Ziegen begrüßt die Besucher des Grundstücks von Julia und Tobias Denecke in Langenbrügge. Im und hinter dem Stall geht es weiter: rund 50 Meerschweinchen tummeln sich in ihrem Bereich und auf einer Wiese grasen zwei Pferde und zwei Esel.

Seit einem halben Jahr wohnen Julia Denecke und ihr Mann Tobias nun schon in Langenbrügge. Aus Wittingen sind sie in die Samtgemeinde Bodenteich gezogen. Die 22-Jährige arbeitet noch als Zahntechnikerin in Wittingen und auch ihr Mann ist dort als Lebensmitteltechniker angestellt. „Wir versuchen es so einzuteilen, dass ich nachmittags arbeite und Tobias am Vormittag“, schildert die Neu-Langenbrüggerin. Wer zuhause ist, der kümmert sich um die Tiere.

Das mit dem Kümmern, das haben die meisten der Tiere schon anders erlebt. Viele Tiere wurden misshandelt oder vernachlässigt. So auch zwei Zwergziegen, die ursprünglich aus Steinhorst im Landkreis Gifhorn stammen. Über Privatleute bekommt Julia Denecke oft die Information über die misshandelten Tiere.

Die beiden Ziegen hat sie daraufhin dem Besitzer für 30 Euro abgekauft und kümmert sich seitdem um sie. Andere Tiere hingegen wurden einfach bei ihr abgegeben. Eine Ziege aus Sprakensehl beispielsweise hat sie mit der Flasche aufgezogen. Den Hof in Langenbrügge haben sie und ihr Mann vor einem halben Jahr gekauft. Seitdem wird fleißig gebaut und renoviert. Die Hunde leben gemeinsam im Zwinger und werden regelmäßig in den Hof gelassen, damit sie sich austoben können. „Wir arbeiten mit einem polnischen Tierheim zusammen“, erklärt Julia Denecke. Die Zustände in einer solchen Einrichtung bewegten die beiden, Tiere mit nach Deutschland zu nehmen und hier weiter zu vermitteln.

Um auf Nummer sicher zu gehen, haben sie auf ihrem Hof in Langenbrügge eine Quarantäne-Station eingerichtet. Dort werden die Tiere mindestens sieben Tage untergebracht, bevor sie zu den anderen Hunden stoßen dürfen.

Auch zwei Pferde und zwei Esel gehören zur großen Tierfamilie auf dem Hof. „Die Esel kommen aus dem Lüchower Bereich. Ihre Besitzerin konnte sich irgendwann nicht mehr um die beiden Tiere kümmern, weil sie zu alt war“, schildert Julia Denecke. Sie nahm die Esel bei sich auf und päppelte sie wieder auf.

In direkte Konkurrenz mit dem Tierheim Uelzen möchte die 22-Jährige nicht treten. „Wir bekommen keine Zuschüsse vom Landkreis oder von der Samtgemeinde“, betont Julia Denecke und beantragen will sie diese zusätzliche Geldquelle auch nicht. Einkünfte beziehen die beiden über ihre Berufe, die Tierhaltung ist für sie bisher ein Minusgeschäft. Wird ein Tier in Privatbesitz abgegeben, dann erhalten sie wie bei Tierheimen üblich eine Schutzgebühr.

Ein bisschen Geld verdienen sie sich auch damit, Hunde oder andere Tiere für ein, zwei Wochen aufzunehmen. Diesen Bereich wollen Julia und Tobias Denecke intensivieren. Deshalb wird im Stall momentan eine Tierpension eingerichtet. „Dann können Hunde- oder Katzenbesitzer ihre Tiere für zwei, drei Wochen bei uns abgeben“, so die Idee von Julia Denecke. Auch größere Tiere bekommen sie unter. Bis es soweit ist, wird jedoch noch einige Zeit vergehen, denn die Arbeiten gehen in Eigenregie voran und beide sind schließlich berufstätig.

Dankbar sind die beiden Tierschützer vor allem den ehrenamtlichen Helfern, die sich um die Tiere kümmern.

Wer weitere Informationen rund um das Tierheim in Langenbrügge haben will, der kann sich unter Telefon (0 58 24) 95 28 27 informieren.

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