Landkreis will Mietvertrag für Räume in Bodenteich kündigen / Neuer Standort händeringend gesucht

Grenzmuseum droht der Auszug

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SPD-Kreistagsfraktionschef Jacques Voigtländer (links) und Bodenteichs CDU-Bürgermeister Edgar Staßar (2. von links) setzen sich für den Erhalt des Museums ein. Darauf hoffen auch Leiter Wolfgang Molzahn (rechts) und dessen Assistent Klaus Gottwald.

Bad Bodenteich. Historische Fotos, militärische Uniformen, seltene Abzeichen und sogar ein Originalstück des DDR-Sperrzauns samt Selbstschussanlage: Das 1998 eröffnete BGS- und Grenzmuseum in Bad Bodenteich vermittelt ein Stück deutsche Geschichte hautnah.

Doch die Einrichtung, die seit 2013 – nach dem Auszug aus der örtlichen Grundschule – in der Oberschule am Leinenberg untergebracht ist, steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Schulstandort wurde nämlich vor wenigen Tagen geschlossen (AZ berichtete) und der Landkreis als Eigentümer des Gebäudes will das Museum nicht länger beheimaten.

Der Mietvertrag für die beiden Räume im ersten Stock der Oberschule sei „kurzfristig kündbar“, erklärt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage. „Der Landkreis beabsichtigt, das Mietverhältnis kurzfristig aufzulösen.“ Wann das geschieht, stehe aber noch nicht abschließend fest.

Für Wolfgang Molzahn, der das Museum vor 18 Jahren ins Leben gerufen hat, ist das ein schwerer Schlag. Der 77-Jährige hat viel Zeit und Energie in den Aufbau der Ausstellung investiert, die pro Jahr etwa 360 Besucher zählt. Seit 2009 wird er von Klaus Gottwald, einem Ex-Major der DDR-Grenztruppen, dabei unterstützt.

„Dieses Museum ist ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Uelzen“, betont Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (CDU). Gemeinsam mit Jacques Voigtländer, Chef der SPD-Kreistagsfraktion, hat er sich vor drei Jahren dafür eingesetzt, dass das Museum am Leinenberg ein neues Domizil findet. Jetzt wollen die beiden für den Erhalt kämpfen. Voigtländer will nun bei der Kreispolitik um Unterstützung werben. „Wir werden einen neuen Standort finden – ganz einfach, weil wir ihn finden wollen“, ist er überzeugt.

Ideal wäre das Erdgeschoss des ehemaligen Bodenteicher Rathauses, meint Molzahn. Doch das erscheint wenig wahrscheinlich, denn die Räume werden derzeit von der Flüchtlingshilfe genutzt. Zudem ist nicht auszuschließen, dass das alte Rathaus im Zuge eines Neubaus der benachbarten Grundschule abgerissen wird. Etwas realistischer wäre ein anderer Standort: der leerstehende Kornboden über dem Brauhaus der Burg Bodenteich. Dort will die Verwaltung nun prüfen, ob der Raum für das Museum ausreicht und wie viel Geld in den Brandschutz und den Umbau investiert werden müsste.

Zumindest in personeller Hinsicht gibt es für das Museum einen Lichtblick: Es ist gelungen, zwei Nachfolger für Molzahn und Gottwald zu finden, denn beide wollen ihre ehrenamtliche Aufgabe demnächst aufgeben. Der pensionierte Bundespolizist Karl-Theodor Meyer und sein aktiver Kollege Fritz Buhr von der Abteilung am Uelzener Hainberg sind bereit, die Museumsleitung zu übernehmen. Beide waren einst in Bad Bodenteich stationiert und kennen die Einrichtung daher gut. Molzahn und Gottwald wollen sie nun einarbeiten. „Wir werden das Museum positiv begleiten“, verspricht Molzahn.

Von Bernd Schossadowski

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