Gespräche im Verborgenen

Rat Bodenteich: Verhandlung mit Kaufinteressent für Schützenhaus wird fortgesetzt

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Wegen des starken Schimmelbefalls darf das ehemalige Bad Bodenteicher Schützenhaus – hier eine Besichtigung des Objekts durch Lokalpolitiker im Jahr 2015 – nur in Vollschutzanzügen betreten werden. Jetzt soll mit einem Interessenten weiter über einen Verkauf verhandelt werden.

Bad Bodenteich. Die vorletzte Ratssitzung am 31. August in Bad Bodenteich hatte nur eine Minute gedauert (AZ berichtete), doch bei der jetzigen Sitzung am Donnerstagabend im Rittersaal der Burg mussten die Zuhörer viel Zeit mitbringen.

Mehr als zweieinhalb Stunden tagte der Rat. Die wichtigste Entscheidung des Abends wurde während einer 45-minütigen nichtöffentlichen Beratung getroffen: Mit 14 Ja-Stimmen und einer Enthaltung beschloss der Rat, die Verhandlungen mit einem Interessenten, der das ehemalige Schützenhaus kaufen will, fortzusetzen. Wie berichtet, ist die Immobilie seit längerer Zeit von Schimmel befallen.

Im Juni habe sich der Interessent erstmals per E-Mail bei der Bad Bodenteicher Verwaltung gemeldet, am 10. August sei dort der Entwurf eines Verkaufsvertrages eingegangen, berichtete Vize-Gemeindedirektor Hendrik Kunitz. Die betreffende Person lege aber Wert darauf, dass ihr Name nicht öffentlich genannt werde, ansonsten werde sie ihr Kaufangebot zurückziehen.

Das Thema müsse zwingend nichtöffentlich beraten werden, weil es um vertrauliche persönliche Details und „schutzwürdige Interessen“ gehe, erklärte Kunitz. „Bei einer öffentlichen Nennung des Interessenten wäre ein Imageschaden oder finanzieller Schaden für den Flecken zu befürchten“, betonte er.

Die Verwaltung wurde vom Rat beauftragt, den Kaufinteressenten anzuschreiben und mit ihm über sein Angebot weiter zu verhandeln. Zudem soll über einen neuen Zuschnitt des Schützenhaus-Grundstücks gesprochen werden. Auch die Schützengilde wird nun kontaktiert, um mit ihr die geplante Abtrennung des Schießstandes, der nicht verkauft werden soll, zu erörtern. Überdies soll mit dem Mieter der Einliegerwohnung im Schützenhaus gesprochen werden. Parallel zu den Gesprächen mit dem Interessenten wird die Verwaltung nun rechtlich prüfen, ob für einen Verkauf des Objekts eine Ausschreibung erforderlich ist.

„Das war ein konstruktives Gespräch, sehr harmonisch“, lobte Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) die nichtöffentliche Diskussion des Rates. Bei den Zuhörern, die während der Debatte vor der Tür des Rittersaales warten mussten, stieß das Ratsvotum jedoch auch auf kritische Stimmen. „Warum konzentriert man sich auf eine Person?“, fragte ein Bürger. Und warum habe es seit dem Ratsbeschluss vom 4. April, das Schützenhaus unverzüglich zu vermarkten (AZ berichtete), noch keine Ausschreibung gegeben? Diese Fragen konnte Kunitz nicht beantworten. Dafür sei Gemeindedirektor Alexander Kahlert zuständig, der aber zurzeit erkrankt sei, hieß es.

Von Bernd Schossadowski

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