Ojansweg in Lüder: Rat will klären, ob Landwirte zu viel weggepflügt haben

Gemeinde misst nach

Statt 9,50 Meter Breite nur sechs Meter: Der Ojansweg in Lüder steht im Blickpunkt der Naturschutzverbände und soll nun exakt nachgemessen werden. Foto: Archiv

Lüder. Er ist knapp zwei Kilometer lang und besteht seit vielen hundert Jahren: der knapp zwei Kilometer lange Ojansweg zwischen Lüder und Neu-Lüder. Er verband die Ortschaft mit der alten Handelsstraße nach Gifhorn.

Heute dient er nur noch als Fahrweg für die Landwirtschaft – und für den Naturschutz. Der Weg steht im Eigentum der Gemeinde Lüder und müsste laut Liegenschaftskataster durchgehend eine Breite von 9,50 Metern haben. Hat er aber nicht. Der Grund: Die Landwirte haben die Seitenräume umgepflügt. Deshalb haben die Naturschutzverbände NABU und BUND die Landwirte aufgefordert, in ihren Grenzen zu bleiben. Von der L 270 (Neu-Lüder) bis zur Bahnkreuzung misst der Weg noch etwa sechs Meter. Nun hat sich der Rat der Gemeinde Lüder mit dem Thema befasst. „Wir werden nun auch noch mal an die Landwirte appellieren“, sagt der stellvertretende Gemeindedirektor Hendrik Schulze. Die Gemeinde wird nun tätig werden und plant, mithilfe von GPS die genauen Breiten herauszufinden. „Wir werden die Eigentümer in den nächsten Wochen anschreiben“, sagt Schulze.

Schon im Frühjahr 2011 hat der NABU nachgemessen, dass an einem Kartoffelacker rund 80 Zentimeter vom Wegeraum abgepflügt wurden. Insgesamt fehlen auf der gesamten Wegeslänge etwa 5600 Quadratmeter Wegeseitenraum oder rund zwei Meter der katasteramtlichen Wegebreite – das ergaben die Messungen des Naturschutzverbandes. Der Grund, weshalb sich die Naturschutzverbände für das genaue Nachmessen einsetzen: Die Wegeseitenräume gemeindeeigener Feldwege bilden bei immer größer werdenden Ackerschlägen die letzten Überlebensflächen für viele Wildpflanzen und Wildtiere. Sie dienen auch als Vernetzungslinien zum notwendigen genetischen Austausch der Arten. Das widerrechtliche Abpflügen von gemeindeeigenen Wegen sowie die Beeinträchtigung der Wildtiere und Pflanzen beim Düngen und Spritzen der Äcker ist leider an vielen Orten festzustellen und schadet der Natur.

Von Jörn Nolting

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