Burgspektakel in Bad Bodenteich

Gaukler und Gebieter

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Hoch zu Ross: Beim Turnier maßen sich die Ritter in traditionellen Disziplinen.

Bad Bodenteich. Es war die Zeit ohne Fernsehen und Radio, ohne Handys und Internet. Es war die, als Nachrichten und Neuigkeiten noch auf den Märkten ausgetauscht wurden. Es war die Zeit, die jetzt wieder nach Bad Bodenteich zurückgeholt wurde.

Beim Burgspektakel begaben sich die Fogelvreien mit einem kunterbunten Markttreiben und einem spannenden Ritterturnier auf eine Zeitreise zurück ins Mittelalter, genauer in das Jahr 1498.

Über 300 Akteure und Mitwirkende wagten sich in die Vergangenheit, ließen alte Handwerkskunst aufleben, boten Handelsgüter aus fernen Landen wie orientalische Gewürze oder köstlich Vergorenes aus Beeren und Trauben an. Dazu Geschmeide und Gewänder, die weibliche Wesen in Verzückung versetzten. Fleisch- und Knoblauchbräter, Bäcker und Biertavernen sorgten dafür, dass niemandem „das Halsloch austrocknete“.

Aus den weiten Steppen der Mongolei fielen die „Hunnen“ in das Markttreiben ein. Mit ihren Kehlkopfstimmen und alten Instrumenten imitierten „Transmongolia“ die Stimmen der Steppennatur. Die Gaukler „Basseltan“ unterhielten mit losem Mundwerk und Erstaunlichem wider die Schwerkraft, schwangen „todesbringende“ Keulen. Neben den Ständen und Vorführungen auf dem Burggelände tobte das Mittelalter aber auch in den Seewiesen. Dort hatten die Heerlager aus verschiedenen Zeitschienen ihre Zelte aufgeschlagen. Es wurde gesponnen und geschnitzt, am offenen Feuer gekocht oder gegrillt, wurde der Umgang mit den Waffen geprobt und mit Pfeil und Bogen oder der Armbrust auf „Wild“ geschossen. Aus allen Landesteilen kamen die Stämme, um als lebendiges Museum sechs Jahrhunderte zu präsentieren.

Und natürlich eilten auch sie wie die Besucher nachmittags zum Feld der Ehre, um beim Turnier der Ritter hoch zu Ross dabei zu sein. Lehnsherr Ekkehard von Bodendike hatte zu den Exercicien der Geschicklichkeiten geladen. Mit dabei ein Kämpfer aus spanischen Landen, ein „Ossi-Reiter“ aus Cottbus und Bösewicht Hartmann von Thore. Mann gegen Mann, auf dem Pferd an der Gasse entlang.

Am morgigen Dienstag geht es ab 19 Uhr weiter mit dem Markttreiben und zur Walpurgis gehen ab 21.15 Uhr die Lichter an. Es verschwimmen die Grenzen zur Anderswelt. Mythen und Legenden werden lebendig. Nymphen und Faunen, Feen und Kobolde werden ansichtig, Feuer werden entfacht. Am Maifeiertag öffnen die Stände nochmals ab 11 Uhr, locken Gaukelei, Mumpitz und Schabernack, der Tanz der Marktleute oder das Tavernenspektakel. Weitere Fotos von dem Burgspektakel in Bad Bodenteich finden Sie unter

Von Ulrich Bleuel

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