Streit ums Schützenhaus: Bodenteicher Gilde berät über Fortsetzung ihrer Klage

Frist bis 30. September

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Blick auf das Streitobjekt: Die Schützengilde hat jetzt erstmals Akteneinsicht und damit Einblick in die Gründe für die Schließung des Bad Bodenteicher Schützenhauses bekommen.

bs Bad Bodenteich. Der Streit um die Schließung des Bad Bodenteicher Schützenhauses und die von der Schützengilde eingeforderte Akteneinsicht (AZ berichtete) führt möglicherweise zu einer einvernehmlichen Lösung.

Gemeindedirektor Axel Kahlert und zwei Vorstandsmitglieder der Schützengilde, Thomas Ziemer und Thomas Schlechter, haben sich inzwischen zu einem Mediationstermin vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg getroffen. Dabei bekam die Schützengilde erstmals Akteneinsicht und damit Einblick in die Gründe, die 2013 zur Schließung des Schützenhaus geführt haben.

Das Ergebnis des vermittelnden Gesprächs unter der Leitung von Richterin Barbara von Seebach: Bis zum 30. September hat die Bad Bodenteicher Schützengilde nun die Möglichkeit, über eine Fortsetzung des Verfahrens gegen den Flecken Bad Bodenteich zu entscheiden. „Wir können uns bis dahin überlegen, ob wir weiterklagen, die Klage zurücknehmen oder eventuell eine neue Klage mit einer anderen Begründung einreichen werden“, sagte der stellvertretende Schützenvorsitzende Thomas Ziemer gestern auf AZ-Anfrage.

Zu welchem Vorgehen die Gilde tendiert, wollte er aber nicht verraten. Beide Seiten hätten Stillschweigen über den Inhalt des Gütetermins vereinbart. „Wir beratschlagen uns da noch“, kündigte Ziemer an. Die Atmosphäre des Mediationsgesprächs sei jedoch angenehm gewesen. „Es ist sehr harmonisch verlaufen. Alles ist dabei zur Sprache gekommen“, erklärte der Vize-Vorsitzende.

Auch Kahlert hat nach eigenen Worten einen positiven Eindruck von dem Gespräch. „Wir haben uns knapp vier Stunden ausgetauscht. Es war ein guter, interessanter Termin. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden werden“, sagte der Gemeindedirektor. Es habe auf alle Fälle etwas gebracht, sich so ausführlich auszutauschen.

Das grundsätzliche Ziel eines Mediationsverfahren ist, einen Konflikt zwischen den Parteien beizulegen. Für Kahlert war dieser Termin „nach fast 30-jähriger Verwaltungstätigkeit eine völlig neue Erfahrung“. Nun bleibe abzuwarten, wozu sich die Schützengilde entscheiden werde. Sollte sich diese bis zum 30. September nicht äußern, werde das bestehende Klageverfahren gegen den Flecken vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg weitergeführt, so Kahlert. Seine Hoffnung: „Ich würde es gut finden, wenn die Schützengilde die Klage zurücknimmt.“

Von Bernd Schossadowski

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