Hobbyzüchter aus Schafwedel übernimmt schlecht versorgte Tiere und will sie weitervermitteln

Frettchen finden vorerst neue Heimat in Schafwedel

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22 dieser kleinen Fleischfresser hält Mamerow derzeit. Sie sollen in gute Hände kommen.

kah Schafwedel. Flinke, pelzige und schlanke Leiber bestimmen derzeit den Alltag der Mamerows in Schafwedel: Bisher hatten die Hobbyzüchter von Frettchen zehn Tiere bei sich, nun sind es auf einen Schlag 22 geworden, davon drei trächtige Fähen.

Olaf Mamerow schläft nicht mehr viel, seine Frau Andrea ebensowenig, dazu kommen noch die Kinder, um die man sich kümmern muss, sowie Katzen, Pferde und Hunde. Und die Frettchen muss Mamerow wieder loswerden.

Das kam so: In einem Bericht der AZ vor einer Woche wurde beschrieben, wie zwei Schafe – Mettwurst und Leberwurst mit Namen – ausrissen und Zuflucht in (natürlich) Schafwedel fanden, bei den Mamerows. Darin stand auch, dass Mamerows zehn Frettchen haben. Eine Leserin sprach daraufhin Olaf Mamerow an: Sie wisse von einem Mann in Hämelerwald, der viele der kleinen Marder habe, sich aber nicht mehr recht um sie kümmern könne. Also machte sich Mamerow auf den Weg. Tatsächlich war der Mann gesundheitlich nicht mehr in der Lage, die Tiere artgerecht zu halten, sie waren unter anderem abgemagert. Mamerow kaufte sie alle.

Seitdem wuselt es auf dem Hof der Mamerows. Und das Kümmern um die Tiere kostet Zeit und – Geld. 500 Euro musste Mamerow dem vorherigen Besitzer geben, 600 Euro hat er in die Tierarztbesuche investieren müssen. Das Futter – unter anderem fressen die Tiere Rinderherzen – kostet ebenfalls eine Menge. Gaby Holzmüller vom Edeka-Laden in Bad Bodenteich hat gestern noch eingewilligt, auf das Fleich einen Rabatt zu geben – sie selbst ist Hundehalterin, Tierfreundin und findet es „immer toll, wenn sich Menschen für Tiere aufopfern“.

So rücken einige Tierfreunde um Schafwedel zusammen, um die winzigen Leben der putzigen Raubtiere zu verbessern. 300 Gramm hatten einige gewogen, als Mamerow sie kaufte – seine eigenen, gesunden Tiere wiegen über das Doppelte. Seit drei Tagen hat er kaum geschlafen, die Fähen könnten bald Junge bekommen.

Nun sollen die Tiere weg – zu Haltern, die sich zutrauen, mit den Tieren umzugehen. Mamerow verkauft sie, will aber keinen Gewinn machen. „Ich freue mich, wenn sie in gute Hände kommen“, sagt er. Auch wer einfach nur gucken und an den Tieren schnuppern will, könne vorbeikommen. Anmeldungen unter (05824) 953747.

Frettchen brauchen viel Platz und Zeit sowie eine sehr fleischhaltige Ernährung. Sie sollten kastriert sein, sonst können sie riechen.

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