Entlassfeier in Bad Bodenteich mit Zeichen gegen Rassismus

„Freiheit“ für vier Klassen

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Von Gitarren-Musik umrahmt erhielten gestern Schüler der Oberschule Bad Bodenteich – hier die Absolventen des Hauptschulzweigs – ihre Zeugnisse.

ffr Bad Bodenteich. Das Forum der Oberschule am Kiebitzberg in Bad Bodenteich ist voll besetzt, als Mingo Hartmann als Rektorin am Freitagvormittag ihre Gäste herzlich willkommen heißt zur Abschlussfeier.

Harald Benecke, Bürgermeister der Samtgemeinde Aue, und damit auch zuständig für Bad Bodenteich, tritt als nächster ans Mikrofon. Vor kurzem habe er das 50. Jubiläum seiner Klasse an der Realschule Ebstorf gefeiert, sagt er, und auch früher habe es ein durchlässiges Schulsystem gegeben, dennoch sei es mit dem heutigen nicht zu vergleichen.

Für die Absolventen der Haupt- und der Realschule sieht Bürgermeister Harald Benecke daher gute Perspektiven: „Wir, die Gesellschaft, brauchen euch“, ruft er den Mädchen und Jungen im Forum zu und fordert auf: „Geht die Zukunft mit einem positiven Blick an“.

Dass sie neben einem lachenden auch ein weinendes Auge habe, bekennt anschließend Gudrun Lammert, Schulelternratsvorsitzende und zugleich Initiatorin der diese Feier musikalisch begleitenden Gitarren-AG. Denn gleich vier Mädels ihres Ensembles würden heute ihre Zeugnisse bekommen. In diesen drei Jahren des Bestehens der Gruppe sei deutlich geworden, was Engagement bedeutet. „So begeistert man, nimmt Menschen mit.“

Gesellschaftliches Einbringen zeigt sich in dem kurzen Video-Einspieler „Gegen Rassismus“ mit dem neu hinzugekommene Schüler willkommen geheißen werden. Zwei dieser „Neuen“, Mostafa und Hussein, bekommen nach einem halben Jahr an der Schule für ihren weiteren schulischen Weg von ihrem Lehrer Stefan Franke die notwendigen Bescheinigungen. „Ihr habt dies halbe Jahr erfolgreich gemeistert, habt sehr gut Deutsch gelernt.“ Er wünscht sich, dass die beiden 17-jährigen Afghanen sich weiterhin mit Erfolg integrieren mögen.

Für die zwei Klassen der Hauptschule überreichen Karin Uhlenbrock und Frank Seidel die Zeugnisse, die beiden Realschulklassen werden von weiteren Lehrern in die „Freiheit“ entlassen, die der spanische Dichter und Philosoph José Ortega y Gasset einst so definierte: „Freiheit ist der Zwang, sich entscheiden zu müssen.“ Die Reife, Entscheidungen treffen zu können, trauen die Lehrkräfte ihren Schulabsolventen zu.

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