Firma Werkhaus will kostenlos liefern

Fernwärme fürs Freibad in Bodenteich?

bs Bad Bodenteich. Lautstarker Applaus der Zuhörer während der Einwohnerfragestunde: So etwas hat es im Bad Bodenteicher Fleckenrat schon lange nicht mehr gegeben.

Die spontane Beifallsbekundung galt jetzt aber nicht dem Redebeitrag eines Ratsmitglieds, sondern einem Vorschlag von Eva Danneberg, Geschäftsleiterin der Bad Bodenteicher Firma Werkhaus. Sie bot an, das örtliche Waldbad kostenlos mit Fernwärme oder Holz aus ihrem Betrieb zu versorgen.

Das stieß im Rat auf ein positives Echo, denn auf diese Weise könnten die Ausgaben für das Beheizen des stark defizitären Freibades gesenkt werden. Laut Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke belaufen sich dort die jährlichen Energiekosten auf 13 000 bis 16 000 Euro. „Es wäre ein Segen, wenn wir da in dieser Größenordnung sparen könnten“, meinte Dr. Horst-Michael Hintze (SPD/GFW-Gruppe). Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr betrug das Minus des Waldbades rund 132 000 Euro.

Bereits 2011 habe Werkhaus angeboten, das Bad über eine Wärmeleitung oder mit Holz zu beheizen, berichtete Hintzes Gruppenkollege Jörg Bohnecke. Er frage sich, warum die Verwaltung diesen Vorschlag nicht weiter verfolgt habe. „Wir hätten dadurch eine Menge Geld sparen können“, sagte er und kritisierte: „Das Angebot von Frau Danneberg wurde in den letzten Jahren einfach ignoriert.“

Das wollte Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) nicht auf sich sitzen lassen. „Ich persönlich weiß nichts von diesem Angebot. Ich habe davon seit 2011 nicht ein Wort gehört“, beteuerte er. Dagegen erklärt Verwaltungschef Benecke, er habe am 16. Juni im Samtgemeindeausschuss (SGA) auf das Werkhaus-Angebot hingewiesen. Staßar habe an dieser Sitzung teilgenommen.

Der SGA habe das Beheizen des Freibades mit Energie von Werkhaus einstimmig als unwirtschaftlich eingestuft und daher verworfen, so Benecke. Der Grund: Erst 2011 seien die Heizung im Waldbad erneuert und eine Solaranlage installiert worden. Für die Lieferung der Fernwärme müsste aber eine mehrere hundert Meter lange Leitung vom Werkhaus-Firmengelände unter dem Elbe-Seitenkanal hindurch bis zum Waldbad verlegt werden.

Andreas Dobslaw, SPD-Fraktionssprecher im Samtgemeinderat, bestreitet indes, dass es im SGA eine Abstimmung über das Angebot der Firma Werkhaus gegeben habe. „Herrn Beneckes Ausführungen wurden dort zur Kenntnis genommen. Es ist aber nichts beschlossen worden“, betont er. Bis heute seien ihm keine Zahlen vorgelegt worden, wie teuer der Bau einer Fernwärmeleitung wäre. „Es wird immer nur behauptet, es sei unrentabel. Es hat aber nie belegbare Prüfungen gegeben“, moniert Dobslaw.

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