Neue Initiative in Bad Bodenteich sammelt Spenden für Kletterturm / Gemeinde fehlt Geld für Ersatz

Familien kämpfen um Spielplatz

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Die Mütter Katrin Plata (links) und Sara Ittrich sowie viele Kinder sind traurig, dass der hölzerne Turm auf dem Spielplatz „An den Seewiesen“ nicht ersetzt wird. Im Hintergrund ist die leere Fläche zu sehen, auf der das Spielgerät bis vor Kurzem stand.

Bad Bodenteich. Bis vor Kurzem stand dort noch ein hölzerner Spielturm mit Kletterstange und Rutsche. Doch jetzt herrscht an dieser Stelle auf dem Spielplatz im Bad Bodenteicher Baugebiet „An den Seewiesen“ gähnende Leere.

Die Verwaltung hat den Turm abgebaut, weil dieser völlig marode war. Ersatz ist aber nicht in Sicht. „Derzeit sind keine Haushaltsmittel dafür eingeplant“, sagt Gerhard Schweitzer, Mitarbeiter der Gemeinde, auf Anfrage der AZ. Daher hat sich nun die „Elterninitiative Spielplatz“ gegründet, die bereits 47 Mitglieder zählt. Sie will Spenden sammeln, um einen neuen Spielturm zu finanzieren.

„Es ist so schade, dass es den Turm nicht mehr gibt. Hier im Baugebiet leben nämlich viele Familien mit kleinen Kindern“, berichtet Katrin Plata, zusammen mit Judith Hergaden Leiterin der Elterninitiative. Auch der örtliche Kindergarten besuche das Areal häufig. „Außerdem wandern hier viele Pfadfindergruppen und Familien mit Kindern entlang. Sie nutzen den Spielplatz regelmäßig“, ergänzt Sara Ittrich.

Anwohnerin Ramona Ladewig hat ebenfalls kein Verständnis dafür, dass der Spielturm nicht ersetzt werden soll. „Das ist ein Acker. Was sollen die Kinder hier machen?“, fragt sie und zeigt auf die leere Fläche. In der näheren Umgebung gebe es keinen anderen Spielplatz.

Das sind aber nicht die einzigen Kritikpunkte der Eltern. Beispielsweise ist die hölzerne Umrandung des Sandkastens lose, bei der Wippe fehlt das Gummipolster am Boden und bei einem der Federtiere blättert die Farbe ab und ein Stück des Holzsitzes ist abgebrochen. Seit etwa einem Jahr bitte sie die Verwaltung, die Mängel auf dem Spielplatz abzustellen, schildert Katrin Plata. Doch es sei nichts geschehen.

Deshalb wollen die Eltern die Umgestaltung nun selbst in die Hand nehmen. „Unsere Kinder sollen wieder was zum Klettern haben“, betont Plata. Das wünscht sich auch der fünfjährige Finlay Winterfeld. „Ich vermisse den Turm sehr. Vor allem das Kletterseil mochte ich gerne“, sagt er. Und der sieben Jahre alte Luca Ladewig meint: „Es ist blöd, dass der Turm abgebaut wurde. Da habe ich oft gespielt.“

Inzwischen haben die Eltern erste Angebote eingeholt. So würde der Neubau eines kleinen Spielturms etwa 5000 Euro kosten. Für einen größeren Turm, der ungefähr seinem Vorgänger entsprechen würde, müssten rund 8500 Euro bezahlt werden. Wer die Initiative unterstützen möchte, kann sich bei Judith Hergaden unter (01 52) 54 86 55 79 beziehungsweise Katrin Plata unter (01 78) 6 40 83 32 oder nase27@hotmail.de melden.

Zumindest die vom alten Spielturm abmontierte Rutsche und die Kletterstange könnten wiederverwendet werden, bestätigt Verwaltungsmitarbeiter Schweitzer. Beide Spielgeräte seien zurzeit eingelagert und noch funktionstüchtig.

Von Bernd Schossadowski

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