Bad Bodenteicher Bahnhof: Jugendliche bedrohen Stellwerk-Mitarbeiter

Fahrkarten nur am Automat

In Bad Bodenteich können Fahrkarten nur noch am Automaten gekauft werden. Doch gerade ältere Menschen wünschen sich einen Ansprechpartner vor Ort, bei dem sie Fahrkarten kaufen können. Fotos: Wendladt/Privat

Bad Bodenteich. Der Bahnhof in Bad Bodenteich hat eine neue Schutzhütte bekommen. 35 000 Euro hat die Bahn investiert, um einen Unterstand für Reisende bereit zu stellen. „Die Gemeinde hat das Grundstück bereitgestellt“, sagt Bürgermeister Edgar Staßar.

Neues Wetterhäuschen: Marco Schlott (rechts) übergab Bürgermeister Edgar Staßar (3. von links) den Unterstand.

Das Material ist schlagsicher, damit es möglichst lange vor Vandalismus geschützt bleibt. Mit Vandalisums haben die Bad Bodenteicher in jüngster Zeit gerade am Bahnhof so ihre Sorgen. „Sogar der Bahn-Mitarbeiter im Stellwerk ist von Jugendlichen bedroht worden“, weiß Staßar und hofft, dass hin und wieder mal die Polizei einen Blick auf den Bahnhof wirft. Doch sehen der Bürgermeister und auch sein zweiter Stellvertreter Karl-Hans Firsching noch ein weiteres Problem am Bahnhof des Fleckens: den Fahrkartenverkauf. „Früher hat der Mitarbeiter aus dem Stellwerk auch gleichzeitig Fahrscheine verkauft, doch inzwischen gibt es nur noch einen Automaten“, bedauert Edgar Staßar. Gerade ältere Leute hätten Probleme und kämen mit dem Automaten nicht klar, schildern der Bürgermeister und auch Firsching. Außerdem sei die Maschine dann auch noch hin und wieder kaputt.

„Wenn jemand im Stellwerk sitzt, dann kann doch derjenige auch Fahrkarten verkaufen“, sagt Staßar. Doch Bahnpressesprecher Egbert Meyer-Lovis erklärt, warum der Verkauf Mitte Dezember geschlossen wurde: „Es war nicht wirtschaftlich und der Umsatz war minimal.“ Er empfiehlt für langfristig geplante Bahnreisen den Fahrkarten-Service in Uelzen.

Marco Schlott und Uwe Seel vom Bahnhofsmanagement in Braunschweig boten während der Übergabe der Wetterschutzhütte an, Einweisungen für Senioren am Fahrkartenautomat anzubieten. „Die Leute wollen schließlich nicht schwarz fahren“, betont Staßar. Schließlich fährt im Zug kein Schaffner mit, jedoch werden die Insassen von Zeit zu Zeit stichprobenartig kontrolliert. Und ein weiteres Problem ergibt sich gerade für die älteren Banhreisenden: der Bahnsteig ist zu niedrig. Dadurch haben sie beim Ein- und Ausstieg in den und aus dem Zug ihre Schwierigkeiten.

„Der Bahn sollte klar sein, dass in Bad Bodenteich nicht nur ein reiner Haltepunkt ist, sondern dass er bedeutsam ist“, unterstreicht Firsching. Also müssen seiner Meinung nach auch Dienstleistungen wie der Fahrkartenverkauf gewährleistet sein. „Wir habe die Oberschule und die Seepark-Klinik und außerdem sind wir ein Kurort“, wirft Bürgermeister Staßar in die Waagschale. Er will möglichst alle Förderprogramme abklopfen und gemeinsam mit der Bahn erarbeiten, was die Gemeinde und was die Bahn tun kann, um die Situation in Bad Bodenteich zu verbessern.

Von Jörn Nolting

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