Bad Bodenteicher Schützenhaus: Mehr als 700 Personen sind aktuell nicht zugelassen

Eimer auf der Zwischendecke

Die SPD/GFW-Gruppe im Fleckenrat Bad Bodenteich fordert ein Betretungs- und Nutzungsverbot des Schützenhauses. Sie befürchten, dass das Dach nicht mehr stabil genug sei, wenn ein Platzregen mehrere Liter Wasser auf die Oberfläche prasseln ließe. Fotos: Ph. Schulze

Bad Bodenteich. Die letzte Verantwortung haben laut Alexander Kahlert, stellvertretender Gemeindedirektor von Bad Bodenteich, die Ratsgremien. Auch Gemeindirektor Frank Juchert ist daran gelegen, das Thema Schützenhaus „so schnell wie möglich abzuschließen“.

Das Schützenhaus in Bad Bodenteich rückt in den Blickpunkt, denn die SPD/GFW-Gruppe im Fleckenrat fordert, das Gebäude umgehend zu schließen, weil der Brandschutz nicht gesichert sei und es erhebliche Mängel am Dach gäbe – und weil im Falle eines Unfalls der Rat und die Verwaltung dafür haften müssten.

Brandschutz nicht gesichert: Derzeit ist nur eine eingschränkte Nutzung des Hauses möglich.

„Die Statik des Gebäudes wurde bereits im Zuge der Halle von Bad Reichenhall untersucht und es wurden keine Bedenken festgestellt“, entgegnet Frank Juchert. Bezogen auf den Brandschutz sagt der Brandschutzbeauftragte Dirk Kröger, dass er gegen einen „Weiterbetrieb mit eingeschränkter Nutzung“ keine Bedenken habe. Unter „eingeschränkter Nutzung“ versteht er eine Personenanzahl von 700 Besuchern. „Für mehr Gäste ist eine bauliche Anpassung notwendig“, sagt Kröger. Das Dach des Schützenhauses allerdings ist sanierungsbedürftig. Um das Wasser aufzufangen, dass durch das Dach dringt, stehen seit einigen Jahren auf der Zwischendecke Eimer, die regelmäßig von Bauhof-Mitarbeitern geleert werden. Die SPD/GFW-Gruppe hat den Bürgermeister und den Gemeindedirektor sofort mit einem Dringlichkeitsantrag aufgefordert, die Situation zu überprüfen und alle erforderlichen Maßnahmen unverzüglich treffen, denn die Vertreter der Gruppe befürchten, der Flecken mit unüberschaubaren Regressforderungen konfrontiert werden könnte. Gestern nun wurde für Freitag eine kurzfristige Verwaltungsausschusssitzung einberufen. Dort soll das Gesamtpaket der Kosten ermittelt werden und natürlich auch die Frage gestellt werden: Was lässt der Haushalt des Fleckens zu?

Die Gruppe hatte die Verwaltung beauftragt, vorhandene Unterlagen für die zukunftsweisende Planung zur Sanierung des Schützenhauses allen Ratsmitgliedern zur Verfügung zu stellen. „Wir wühlen uns seit Januar durch die Akten und Anfang Februar haben wir Gespräche mit dem Architekten geführt“, sagt Juchert. Ziel ist es nun, alle Ratsmitglieder auf einen Stand zu bringen. Helfen soll dabei auch der Brandschutzbeauftragte Kröger und der Architekt Manfred Manke. Auch die Kommunalaufsicht wird sich zu dem Vorhaben äußern. „Wir wollen alle Kosten ermitteln, um eine Aussage treffen zu können, ob und wie es finanzierbar ist“, sagt Juchert. Ein Großteil der Maßnahmen sind energetisch, deshalb müsse die Politik entscheiden, ob Mittel aus der Klimaschutzgesellschaft verwendet werden können. Für Teilbereiche gibt es laut Juchert bereits Zusagen.

Bei einem Ortstermin Anfang März konnten sich Vertreter von Verwaltung und Rat ein Bild machen. „Erst da sind allen Ratsmitgliedern die gravierenden Mängel und Versäumnisse von Anbeginn der Bauausführung im Jahre 1980 bis hin zum Sommer 2010 schonungslos offenbart worden“, sagt Wilfried Nickel im Namen der Gruppe.

„Es war teilweise eine prekäre Situation“, sagt Kahlert, der erst seit November den Posten des stellvertretenden Gemeindedirektors inne hat und das Schützenhaus zum ersten Mal inspiziert hatte. Nun ist seiner Meinung nach die Politik gefordert, nach Information und Diskussion ihre Meinung zu äußern. Eine Veranlassung, die Nutzung einzustellen und das Gebäude zu schließen, sehen die Vertreter der Verwaltung nicht. Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) hält den Einwand der SPD/GFW-Gruppe für verfrüht: „Wir werden am Freitag darüber reden. Dann stehen Fakten und Kosten fest.“

Von Jörn Nolting

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