Soltendieck: Rundumerneuerung des Dorfgemeinschaftshauses / Gesamtsumme: 930 000 Euro

„Das ist wie ein Lotto-Gewinn“

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Seit Jahrzehnten hat die Gemeinde Anträge auf Sanierung gestellt: Das Soltendiecker Dorfgemeinschaftshaus wird nun rundum saniert. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich/Wrestedt. „Das ist wie ein Lotto-Gewinn“, freut sich Solendiecks Bürgermeister Jürgen Wöhling über die Zusage des Sozialministeriums aus Hannover für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses.

Seit Jahrzehnten hat die Gemeinde Anträge auf Sanierung des Gebäudes gestellt, doch erst jetzt hat das Sozialministerium das Vorhaben bewilligt. „Schriftlich liegt uns noch nichts vor“, bedauert Wöhling. Das Dorfgemeinschaftshaus bezeichnet der Bürgermeister als Mittelpunkt des Ortes. Zwei bis drei Mal täglich ist die Einrichtung belegt. „Wir haben eine hohe Auslastung“, schildert Wöhling. Sobald nun etwas Schriftliches vorliegt, beschäftigen sich Bauausschuss und Rat mit dem Thema, damit möglichst schnell die Gewerke ausgeschrieben werden können.

Für das Geld des Ministeriums soll das Dorfgemeinschaftshaus rundum saniert werden. „Das Dach wird energetisch saniert“, schildert Gemeindedirektor Frank Juchert. Auch das Innere des Gebäudes wird energetisch auf den neuesten Stand gebracht. „Das Dorfgemeinschaftshaus wird zu einem Multifunktionsgebäude umgebaut“, sagt Juchert. Wärmedämmverbundsystem, ein neues Vordach für den Eingangsbereich, eine Erneuerung des Fußbodens in der Mehrzweckhalle, neue Heizung und neue Sanitäranlagen sind geplant. Die Gesamtkosten sind mit 930 000 Euro veranschlagt.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer erklärt dazu: „Die Gelder stammen aus dem Landesprogramm ‘Kleinere Städte und Gemeinden’ im Rahmen der Städtebauförderung. Vor zwei Jahren wurde es neu entwickelt, um die Infrastruktur im ländlichen Raum, insbesondere die Bemühungen durch Gemeindefusionen zu unterstützen. Das Land Niedersachsen hat im Zukunftsvertrag den Gemeinden zugesagt, auch bei der Strukturförderung zu helfen.“ Als ersten Schritt gibt es Gelder für die Entwicklung von Konzepten, um im Zuge des demographischen Wandels öffentliche Einrichtungen und Angebote vor Ort zu gewährleisten. Hierfür hat die Samtgemeinde Aue im vergangenen Sommer 60 000 Euro erhalten. Im zweiten Schritt sind Zuschüsse für Baumaßnahmen vorgesehen.

Die Städtebauförderung beschäftigt die Samtgemeinde-Vertreter schon länger, denn gerade als frisch fusionierte Samtgemeinde haben die Vertreter aus Aue einen Blick auf das Förderprogramm geworfen. „Es geht darum, wo es in den nächsten 20 Jahren hingehen wird“, sagt Benecke gerade vor der Drohkulisse des demografischen Wandels. Aus diesem Grund wurde ein Arbeitskreis gebildet, der wiederum in mehrere kleinere Gruppen unterteilt wurde. In der Lenkungsgruppe sitzen die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden sowie die Fraktions- und Gruppensprecher und Vertreter der Verwaltung. In den kleineren Gruppen wiederum sitzen Vertreter der jeweils passenden Institutionen. Geht es beispielsweise um das Thema Schule und Kinderbetreuung, dann beraten die Schulleiter, Elternvertreter und Kindergartenleiter miteinander. „Wir wollen die gesamte Palette des Lebens abdecken“, so der Wunsch des Samtgemeindebürgermeisters. In allen Gruppe wird die Frage gestellt, was verändert und verbessert werden muss. „Für den Anpassungsprozess gibt es Zuschüsse“, erklärt Benecke. Ganz oben auf der Liste der Maßnahmen, die gleich angemeldet wurden, steht das besagte Dorfgemeinschaftshaus in Soltendieck. Ebenfalls auf der Liste: das Sport- und Gesundheitszentrum in Wieren (900 000 Euro), die Wegeverbindung Kuckstorf/Wieren (300 000 Euro) und der Feuerweg in Lüder (100 000 Euro. Wenn es gefördert wird, dann übernehmen ein Drittel der Kosten der Bund, ein Drittel das Land und ein Drittel die Samtgemeinde. „Wir müssen uns klar werden, wo die Reise hingeht, wenn die Zahl der Menschen und Kinder weniger wird“, unterstreicht der Samtgemeindebürgermeister. Sicher werden noch viele sensible Themen zur Sprache kommen.

Von Jörn Nolting

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