Der Bad Bodenteicher Rod Coote hat die Swinging Sixties in London miterlebt

„Clapton ist ein sehr feiner Kerl“

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Schwört auf handgemachten Rock mit viel Gitarre: Rod Coote.

Bad Bodenteich. Als in den frühen 60er Jahren der Merseybeat nach London schwappte, war Rod Coote mittendrin. Der 68-Jährige, der heute in Bad Bodenteich lebt, wäre damals beinahe Mitglied der legendären Searchers („Needles and Pins“) geworden.

Er war dabei, als sich in einigen Locations Mitglieder der Hollies und der Stones die Klinke in die Hand gaben, er hat Eric Clapton und Steve Winwood kennen und schätzen gelernt. Heute begeistert er junge Leute für das Gitarre- und Schlagzeugspiel. Mit seiner 25-jährigen Ehefrau Jenny hat der Wahl-Bodenteicher zwei Töchter, die Vaterfreuden genießt er nach eigenem Bekunden in vollen Zügen. Im AZ-Interview erzählt Coote aus seinem bewegten Leben und erlaubt einen Blick in sein Plattenregal. Das Gespräch führte Holger Boden.

Ausschnitt aus dem AZ-Interview:

AZ: Mr. Coote, wie kamen Sie denn in den Dunstkreis der Searchers?

Rod Coote: Nun, ich habe schon immer gern Musik gemacht, und eigentlich wollte ich Musikpädagogik studieren. Anfang der 60er Jahre freundete ich mich mit Alan Clarke von den Hollies an. Die Musikszene war ungeheuer lebendig, da liefen Mick Jagger und viele andere rum. Und dann lernte ich eben auch die Searchers kennen. Ich sollte bei denen als Gitarrist einsteigen ...

AZ: ... was möglicherweise eine Riesen-Karriere bedeutet hätte.

Coote: Vielleicht. Ich habe eine Tournee mit der Band mitgemacht, aber es hat mir nicht gefallen.

AZ: Warum nicht?

Coote: Ich bin Londoner, sie waren Liverpooler. Ich hatte das Gefühl, dass es irgendwie nicht passt. Ich hatte aber auch keine Lust auf diesen Rock‘n‘Roll-Lifestyle – ich wollte nichts mit Alkohol und Kiffen zu tun haben. Rauschgift habe ich nie gebraucht.

AZ: Star-Gitarrist Eric Clapton lief Ihnen auch über den Weg. Ihr Eindruck?

Coote: Oh, das ist ein sehr feiner Kerl. Gleiches gilt auch für Steve Winwood. Der war damals noch bei der Spencer Davis Group. Und kennen Sie noch die Tornados? Den Hit „Telstar“? Bei denen spielte Jimmy O’Brien. Der hat mich neulich erst angerufen, nach all den Jahren. Ich war sehr gerührt.

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