Kurverwaltung und Seepark-Klinik planen Graffiti-Pfad im Ort / Patienten gestalten Kunstobjekte

Bunte Tupfer für Bad Bodenteich

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Gemeinsam mit Jugendlichen hat Elisa Graf unter anderem in der schwäbischen Stadt Nürtingen Wände mit Graffiti gestaltet. Nun sollen auch in Bodenteich Kunstobjekte entstehen. 

Bad Bodenteich. Noch sind es kahle Flächen auf der Rückseite von Infotafeln, an Gebäudewänden oder Trafohäuschen.

Doch schon bald sollen diese mit Spraydosen zu farbenfrohen Kunstwerken umgestaltet werden: zum Beispiel Unterwasserwelten, Szenen aus der Natur oder einfach Fantasiemotive. Die Rede ist vom Graffiti-Pfad, der in Bad Bodenteich geplant ist.

Angefertigt werden sollen die acht bis neun Kunstobjekte von Patienten der örtlichen Seepark-Klinik unter Anleitung der dortigen Kunsttherapeutin Elisa Graf. Sie stellte das Projekt jetzt dem Tourismusausschuss des Fleckens vor. Einstimmig sprach sich dieser für die Umsetzung des bunten Pfades aus. Letztlich entscheidet der Rat darüber.

Elisa Graf.

„Viele Leute schrecken bei Graffiti erst mal zurück und denken an Vandalismus und Schmierereien“, sagte Graf. Doch mit dem Pfad wolle sie zeigen, dass es sich um eine Kunstform handele, mit der man die Menschen erreichen könne: „Ich will Botschafterin der Graffiti-Kunst sein.“ Etwa 30 dieser Projekte hat sie bereits betreut, unter anderem in Stuttgart und Nürtingen. Teilnehmer waren Kindergärten, Schulklassen und Erwachsene, aber auch Angehörige der Behindertenförderung.

Vom Bad Bodenteicher Pfad würden viele profitieren, meint die Kunsttherapeutin. Die Patienten der Seepark-Klinik könnten durch das künstlerische Gestalten ihr Selbstwertgefühl stärken. Zudem werde der Ort verschönert, damit werde eine neue touristische Attraktion geschaffen.

Die Idee ist, dass die Kunstobjekte eine Route durch Bad Bodenteich ergeben. Auf dieser könnten Buchstaben auftauchen, die ein Lösungswort ergeben. Die Kosten für Materialien, künstlerische Leitung und langfristige Unterhaltung des Pfades übernehme die Seepark-Klinik, versprach deren kaufmännischer Direktor Ulrich Fernim. Der Flecken wiederum will bei der Suche nach geeigneten Flächen helfen.

„Mit diesem Konzept bekommen wir einen neuen Hingucker für Bad Bodenteich“, freute sich Kurverwaltungsleiter Torsten Nowotny. Er kann sich beispielsweise vorstellen, dass Altglascontainer, der Skaterpark, das Bahnhofsgebäude oder das Schutzhäuschen im Seepark mit Graffiti gestaltet werden.

„Mich überzeugt das Projekt. Das ist eine Bereicherung“, sagte Jörg Bohnecke, Mitglied der SPD-Fraktion und Vorsitzender des Tourismusausschusses. „Damit schafft man künstlerisch anspruchsvolle Dinge, die den Ort aufwerten.“ Auch Dr. Birgit Janßen (Grüne) war voll des Lobes: „Ich finde es wichtig, dass die Patienten der Seepark-Klinik einbezogen werden.“

Bürger, die eine private Fläche in Bad Bodenteich für das Projekt zur Verfügung stellen möchten, können sich bei der Kurverwaltung unter Telefon (0 58 24) 35 43 melden.

Von Bernd Schossadowski

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