Zuhörer beklagen bei FDP-Diskussionsrunde fehlende Informationen

Asyl-Unterkunft in Bodenteich: Bürger fühlen sich übergangen

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Wird die Debatte über die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich zur Einbahnstraße, bei der die Bürger außen vor bleiben? Darüber wurde jetzt auf der FDP-Diskussionsveranstaltung gesprochen.

Bad Bodenteich. Die mögliche Unterbringung von bis zu 150 Asylbewerbern und Flüchtlingen auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich (AZ berichtete) stößt bei vielen Bürgern auf Zustimmung.

Doch dass Politik und Verwaltung bislang nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit darüber beraten haben, wurde jetzt bei einer Diskussionsveranstaltung zur Zukunft des Fleckens scharf kritisiert.

Edgar Staßar

„Ich habe ein großes Problem mit der Informationspolitik“, beklagte Zuhörerin Judith Libuda unter dem Applaus weiterer Gäste. Die Reinstorferin befürchtet, dass die Bürger beim Thema Asyl-Unterkunft erst dann einbezogen werden, wenn alles vertraglich geregelt ist. „Das halte ich für einen großen Fehler“, sagte sie bei dem Bürgerforum, zu dem der FDP-Ortsverband Samtgemeinde Aue Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie interessierte Zuhörer eingeladen hatte. Moderiert wurde die Runde von Bernd Peter, Mitglied des FDP-Kreisvorstandes.

Jörg Bohnecke

Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke betonte, dass bei dem jüngsten internen Treffen zur Zukunft des BGS-Geländes keine Beschlüsse getroffen worden seien. Sobald sich Konkreteres abzeichne, werde es eine öffentliche Infoveranstaltung geben.

Für eine gerechte Verteilung der Asylbewerber und Flüchtlinge im Landkreis Uelzen und in der Samtgemeinde Aue plädierte Fleckenbürgermeister Edgar Staßar (CDU). „Ich habe kein Verständnis dafür, dass Bad Bodenteich 150 Personen aufnehmen soll, aber andere Gemeinden nehme gar keine auf“, sagte er.

Heinz Priebe

Andreas Dobslaw (SPD), Mitglied des Samtgemeinderates, sah beim Thema Asyl-Unterkunft auch eine Chance. Noch könne die Samtgemeinde mit dem Landkreis über die Verteilung der Flüchtlinge und mögliche Ausgleichszahlungen für Bad Bodenteich verhandeln. „Wer sich hier verweigert, der provoziert eine Heranziehungssatzung“, warnte Dobslaw vor diesem restriktiven Mittel, mit dem der Landkreis die Aufnahme von Flüchtlingen anordnen könnte.

Bei der Diskussionsrunde gab es noch weitere Themen, darunter die Zukunft des einstigen Schützenhauses. So forderte Jörg Bohnecke, Mitglied der SPD/GFW-Gruppe im Bad Bodenteicher Rat, das von Schimmel befallene Gebäude abzureißen. Aufgrund der prekären Haushaltslage müsse sich der Flecken „die Frage stellen, von welchen Dingen wir uns trennen müssen“, erklärte er und stieß bei Gruppenmitglied Dr. Birgit Janßen auf Zustimmung. Einen Abriss lehnte CDU-Fraktionschef Jörg Formella indes strikt ab.

Angesichts der hohen Verkehrsbelastung richtete GFW-Ratsherr Heinz Priebe einen flammenden Appell an Politik und Verwaltung: „Solange wir keine Ortsentlastungsstraße haben, kann sich Bad Bodenteich nicht entwickeln. Das Zentrum ist durch den unsäglichen Verkehr verdorben“, mahnte er. Und Bernd Peter (FDP) rief dazu auf, eine Bürgerinitiative für eine solche Ortsumgehung zu gründen.

Von Bernd Schossadowski

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