Land schickt 14 Mitarbeiter ins DRK-Camp

Bodenteicher Notunterkunft wird offizielle Einrichtung der Landesaufnahmebehörde

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Auf dem Spielplatz in der vom DRK betriebenen Flüchtlings-Notunterkunft in Bad Bodenteich herrscht Hochbetrieb. Das Land will das Camp nun in eine Aufnahme-Einrichtung umwandeln. Auf die Arbeit des DRK wird das erst mal keine Auswirkungen haben.

Bad Bodenteich. Die vom DRK-Kreisverband Uelzen seit Dezember 2015 betriebene Flüchtlings-Notunterkunft des Landes in Bad Bodenteich steht vor einer organisatorischen Veränderung.

Das Camp auf dem früheren BGS-Gelände solle „alsbald in eine Aufnahme-Einrichtung der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen umgewandelt werden“, erklärt Nadine Bunzler, Pressesprecherin des Innenministeriums in Hannover, auf AZ-Anfrage. Dafür sucht das Land nun per Stellenanzeige einen Standortleiter.

Nach Aussage von Bunzler wird die Landesaufnahmebehörde voraussichtlich 14 Mitarbeiter am Standort Bad Bodenteich einsetzen. Diese sollen dort unter anderem die Asylanträge der Flüchtlinge bearbeiten, ihnen ihr Taschengeld auszahlen und die Verteilung der Menschen auf die Kommunen organisieren.

Grundsätzlich bedeute die geplante Umwandlung „eine längerfristige Nutzungsdauer der Einrichtung, die natürlich auch abhängig von der jeweiligen Zugangssituation ist“, sagt Bunzler. Die Unterbringungskapazität und der Ablauf des Verfahrens würden sich dadurch nicht ändern. Jedoch werde durch das Landespersonal vor Ort künftig „ein noch höherer Standard an sozialer und ausländerrechtlicher Betreuung gewährleistet“. Wann die Mitarbeiter ihre Arbeit in Bad Bodenteich aufnehmen werden, ließ Bunzler offen.

Außerdem ist noch unklar, welche Auswirkungen die Umwandlung auf die Arbeit des DRK Uelzen vor Ort haben wird. „Die Einrichtung wird weiterhin im Wege eines Betreibermodells – so wie zurzeit mit dem DRK praktiziert – betrieben. Der Betreibervertrag wird sicherlich zu gegebener Zeit (neu) ausgeschrieben werden müssen“, erklärt die Ministeriumssprecherin.

Heinz Meierhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Uelzen, blickt dem Start der Aufnahme-Einrichtung gelassen entgegen. Das Bodenteicher Camp, in dem zurzeit etwas mehr als 400 Flüchtlinge leben, werde „zu einer Art Filialbetrieb der Landesaufnahme-Einrichtung in Braunschweig“, sagt er. Mit dem eigentlichen Betrieb des DRK-Camps habe das aber nichts zu tun. „Das bleibt alles bestehen“, betont Meierhoff. Vielmehr würden die Landesmitarbeiter das DRK entlasten. Denn dieses bringt die Flüchtlinge bislang mit Bussen nach Braunschweig, wo sie ihre Asylanträge stellen können und ihr Taschengeld erhalten. Diese Aufgaben sollen nun in Bad Bodenteich von Mitarbeitern des Landes wahrgenommen werden. Das Ziel sei, die Asylverfahren zu beschleunigen, erläutert Meierhoff.

Er geht davon aus, dass der DRK-Kreisverband im Camp Bad Bodenteich erst einmal so weiterarbeiten kann wie bisher. Doch wird das Rote Kreuz dort auch nach einer möglichen Neuausschreibung des Betreibervertrags tätig sein? Meierhoffs Antwort ist kurz und bündig: „Ich hoffe, ja.“

Von Bernd Schossadowski

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