Verwaltungsausschuss will Fahrzeuge über 12,5 Tonnen aus dem Ort verbannen

Bad Bodenteich: Keine Durchfahrt für schwere Lkw?

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Ein tägliches Bild: Schwere Lastwagen quälen sich über die Bad Bodenteicher Ortsdurchfahrt. Das will die örtliche Politik jetzt verbieten lassen.

Bad Bodenteich. Das Rumpeln auf der Bad Bodenteicher Ortsdurchfahrt ist schon von Weitem zu hören. Für die Anwohner ist es ein vertrautes Geräusch, aber eines, das sie am liebsten nicht mehr hören möchten: Es sind wieder mal Lastwagen auf der Landesstraße 270 unterwegs.

Doch damit will sich der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss (VA) des Fleckens Bad Bodenteich nicht länger abfinden. Er fordert jetzt einstimmig, den Schwerlastverkehr aus Lärmschutzgründen aus dem Ort zu verbannen und dazu ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 12,5 Tonnen auf der L 270 anzuordnen. Diesen Antrag will der VA nun beim Landkreis und bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr einreichen.

Dabei orientiert sich der Ausschuss an einem bereits existierenden Durchfahrtsverbot für Lkw über 12 Tonnen in Melbeck. Damit sollen sogenannte Mautflüchtlinge aus dem Ort herausgehalten werden. Dieses Problem gebe es auch in Bad Bodenteich, erklärt Gemeindedirektor Alexander Kahlert. „95 bis 98 Prozent der hier durchfahrenden Lastwagen nutzen die L 270 als Abkürzung, sodass auch sie als Mautflüchtlinge zu bewerten sind“, meint er. Weil die Situation mit Melbeck vergleichbar sei, müsse auch die Bad Bodenteicher Ortsdurchfahrt für Schwerlaster tabu sein, meint Kahlert.

Das sieht Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) genauso. Von ihm stammt die Forderung eines Durchfahrtsverbots. „Man kann nicht mit zweierlei Maß messen“, sagt er mit Blick auf Melbeck. „Ich möchte, dass der Durchgangsverkehr, der sich die Maut sparen will, hier draußen bleibt.“ Stattdessen sollten schwere Lastwagen auf dem Weg nach Wolfsburg über die B 4 fahren, fordert Staßar. Sollte tatsächlich ein Verbot für Lkw über 12,5 Tonnen angeordnet werden, müsse die Polizei das aber auch kontrollieren. „Es bringt nichts, wenn man nur Schilder aufstellt“, betont er.

Wie dringend der Handlungsbedarf in Bad Bodenteich sei, verdeutlicht Staßar an einem Beispiel. „Ich habe hier neulich von Urlaubern gehört: ,Da hätten wir auch zu Hause bleiben können, um Lkws zu zählen‘“, erzählt er.

Dagegen verweist Annette Padberg, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landestraßenbaubehörde, auf die aktuelle Gesetzeslage. Demnach dienten Bundes- und Landesstraßen der Abwicklung des überörtlichen Verkehrs, auch in den Ortsdurchfahrten, erläutert sie. „Verkehrsbeschränkungen sind nur da anzuordnen, wo besondere Umstände das zwingend erfordern. Das ist in Bad Bodenteich nicht gegeben. Aus diesem Grund wäre eine Gewichtsbeschränkung auf der L 270 von unserem Geschäftsbereich nicht zu befürworten“, stellt Padberg klar. Außerdem sei die Situation in Melbeck und Bad Bodenteich nicht vergleichbar.

Von Bernd Schossadowski

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