Fiona Alt stellt Uniformen für touristische Bereicherung zur Verfügung / Infoabend ist morgen

Bodendiker Garde kann antreten

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Fiona Alt (rechts) mit Max Schneider, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, der ihr bei der Planung der Garde hilft.

Bad Bodenteich. Kaum hinnehmbar, findet Fiona Alt, sei der Zustand der Bad Bodenteicher Burg. Denn außerhalb offizieller Anlässe habe sie keinen Schutz. „Was ist schon eine schutzlose Burg wert, ohne adäquate Bewachung?“, fragt Alt.

Für sie ist klar: Die Burg braucht eine Garde!.

Was da ein wenig ironisch klingt, hat auch einen vollkommen ernsten Charakter. Denn mit einer Garde in historisch korrekten Uniformen werde auch das Auftreten der Gemeinde als Kurort und touristische Sehenwürdigkeit gestützt.

Alt hat dafür vorgesorgt – die Grundausstattung ist vorhanden. Sie hat Uniformen für etwa 20 Gardisten aus dem Fundus der sogenannten „Foot Guards“, der „Household Cavalry“ und der „Royal Horse Artillery“, alles Abteilungen der Leibregimenter der britischen Königin Elizabeth II. Insgesamt bilden die Regimenter die „Household Division“, die alljährlich zur Geburtstagsparade der Königin auf dem Paradeplatz vor White Hall in London zu sehen sind, so auch am Sonnabend, 16. Juni. Das Königshaus hat eine Nähe zum alten Adelsgeschlecht der Welfen, die ihre Wurzeln in Niedersachsen haben. Dass sie an solche Uniformen gekommen ist, liegt an persönlichen Verbindungen, die zu einem Major General der Household Division hat. Für die Grundlage einer schlagkräftigen, gut organisierten Burgwehr ist also gesorgt. Der Arbeitstitel für das Projekt, das weitgehend von Fiona Alt vorangetrieben wird, ist „Bodendiker Burggarde“, kurz BBG. Sie soll, meint Alt, die Burg sicher durch das 21. Jahrhundert bringen.

Die Idee dazu ist geboren worden beim vergangenen Weihnachtsmarkt. Bei der Beratung über weitere Möglichkeiten, Leben in den Flecken zu bringen, hätten dann hölzerne, rot bemalte Nussknacker die zündende Idee beschert. Und da kamen dann die Uniformen von Alt ins Spiel.

Die Uniformen sind original aus der britischen Armee. Die Guards sind nicht nur Touristenattraktion, sondern zum Teil auch im Kampfeinsatz. Die Soldaten sind demnach sportlich und schlank, ihre Uniformen entsprechend geschnitten. Der übliche Bad Bodenteicher hingegen kommt in vielen Formen daher, mancher ist eher von kugeliger Gestalt. Und da helfen die schmaleren weiblichen Bad Bodenteicher: Auch sie sollen die Möglichkeit bekommen, in die Uniformen zu schlüpfen.

„Das soll kein Karneval werden“, meint Alt aber auch. Das bedeutet, die Garde, die von möglichst vielen Bürgern und Vereinen mitgetragen werden könne, soll ernsthaft repräsentativ sein. Sie erhofft sich eine vereinsübergreifende Interessengruppe, in der sich unterschiedliche Gruppen mit ihren Stärken ind Ideen bereichern.

Torsten Nowotny, Leiter der Kurverwaktung Bad Bodenteich, freut sich über die Initiative von Alt. „Für ein buntes und interessantes Bild Bad Bodenteichs dient das sehr“, sagt er, „man kann sich nun nur wünschen, dass viele in die Uniformen steigen“. Die Bemühung, Bodenteich ehrenamtlich voran zu bringen, findet er löblich.

Ein Informationsabend für die vereinsübergreifende Interessengemeinschaft findet am morgigen Donnerstag im Rittersaal der Burg, 19 Uhr, statt, Interessierte sind willkommen.

Von Kai Hasse

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