Blitz wie eine Explosion

Feuerwehrkräfte überprüfen den Dachstuhl auf Beschädigungen. Die Decke des Obergeschosses wurde durch den Blitzeinschlag zerstört

ib Overstedt. Ein Sachschaden im hohen fünfstelligen Bereich entstand bei einem Blitzeinschlag in einem historischen und liebevoll renovierten Gebäude in Overstedt am Dienstagabend gegen 21.45 Uhr. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Den eintreffenden Feuerwehrleuten aus Bad Bodenteich und Wieren bot sich ein zunächst unübersichtliches Bild. Die gesamte Landesstraße 270 war im Kurvenbereich der Ortsdurchfahrt mit Trümmerteilen übersät, im eigentlich betroffenen Gebäude prangte ein etwa ein mal ein Meter großes Loch im Gebäudegiebel. Ein gegenüberliegendes Gebäude wurde durch umherfliegende Trümmerteile ebenfalls beschädigt, hier durchschlugen Gesteinsbrocken Außenrollos und die dahinterliegenden Fenster, weiterhin wurde das massive Dach beschädigt.

Die Feuerwehr setzte einen Angriffstrupp unter Atemschutz zur Erkundung des 1. Obergeschosses und des Dachstuhlbereichs ein. Hier wurde dann das gesamte Ausmaß des Schadens deutlich: Im Bereich des Wohnzimmers im 1. Obergeschoss war die gesamte Decke von etwa 35 Qudaratmetern eingestürzt, der gesamte Raum somit zerstört. Ein schwefelartiger Geruch ließ noch immer einen Brand vermuten. Somit wurde auch der Dachstuhl kontrolliert, ein Feuer konnten die Brandschützer aber nicht entdecken.

Das Gebäude wurde außerdem belüftet. Eine Bewohnerin erlitt einen Schock und wurde durch den Rettungsdienst behandelt. „Insgesamt kann man trotz des hohen Schadens noch von Glück reden, denn die betroffene Familie wollte gerade in das Wohnzimmer gehen um dort den restlichen Abend zu verbringen“, sagt Bodenteichs Gemeindebrandmeister und Einsatzleiter André Pieper.

Bei dem Blitzeinschlag handelte es sich vermutlich um einen kalten Schlag. Pieper: „Dieser verursacht eine zwar sehr starke, aber auch äußerst kurze Entladung und deshalb eher kein Feuer. Er kann dafür aber selbst Steine zur Explosion bringen, weil in ihnen oder eben auch in Holz enthaltenes Wasser in einem winzigen Sekundenbruchteil verdampft und so wie Sprengstoff wirkt.“

In der Umgebung des Schadensorts wurden etliche Elektrogeräte beschädigt, der gesamte Sachschaden ist somit noch nicht abschließend zu beurteilen. Die Landesstraße 270 war für die Dauer des Feuerwehreinsatzes komplett gesperrt und wurde anschließend von der Feuerwehr und von Anwohnern gereinigt.

Die Feuerwehren aus Bad Bodenteich und Wieren waren mit 40 Einsatzkräften und sechs Fahrzeugen an der Einsatzstelle und konnten diese nach etwa einer Stunde wieder verlassen.

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