Rat des Fleckens erneuert Forderung nach Bau einer Ortsentlastung / Antrag von Heinz Priebe

Blechflut nervt Bodenteicher

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Die Landesstraße 270 im Bereich der Ortsdurchfahrt von Bad Bodenteich ist ein Nadelöhr. Vielen Bürger bereitet der Schwerlastverkehr Sorgen. Jetzt unterstützte der Rat den Antrag von Heinz Priebe, in die Planung einer Ortsentlastung einzusteigen.

Bad Bodenteich. Sie quälen sich scheinbar unaufhörlich durch die enge Ortsdurchfahrt von Bad Bodenteich. Die Rede ist von den vielen Lastwagen, die vor allem in den beiden 90-Grad-Kurven der Landesstraße 270 immer wieder gefährliche Situationen verursachen.

Deshalb richtete Ratsherr Heinz Priebe (SPD/GFW-Gruppe) jetzt einen flehenden Appell an Politik und Verwaltung. „Unsere Perle Bad Bodenteich wird dem verheerenden Verkehr geopfert. Es ist eine Schande, dass uns das Land derartig hängen lässt“, kritisierte er auf der Ratssitzung.

Priebe beantragte, dass der Rat schrittweise in die Planung einer Entlastungsstraße einsteigen soll. „Es geht nicht allein um die Entlastung der Bürger, sondern um die Entwicklung des Ortes“, erklärte er. Ohne eine Umgehungsstraße drohe Bad Bodenteich der touristische Bedeutungsverlust. „Wir müssen diese Landesstraße aus dem Ort kriegen“, forderte Priebe.

Diesem Antrag schloss sich der Bodenteicher Rat nun einstimmig an. „Das sind erste Schritte. Ich finde Dein Engagement in dieser Sache super. Wir werden das als Fraktion unterstützen“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Formella. Damit unternimmt der Rat einen neuen Anlauf, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr von der Notwendigkeit einer Ortsentlastung zu überzeugen.

Gemeindedirektor Alexander Kahlert kündigte an, die Kosten für die Planung und den Bau der im Mai 2014 eröffneten Ortsumgehung von Kirchweyhe in Erfahrung zu bringen, „damit wir erst mal wissen, in welchem finanziellen Kontext wir uns hier bewegen“. Wichtig sei Hartnäckigkeit. Jahrzehntelang hätten die Kirchweyher den Bau der Umgehungsstraße beim Land eingefordert. „Sie sind den Hannoveranern irgendwann so was von auf die Nerven gegangen“, sagte Kahlert. Letztlich habe sich dieses Engagement ausgezahlt. „Man muss auch auf politischer Schiene Druck machen“, empfahl er dem Bodenteicher Rat.

Priebe befürchtet aber, dass das Land seinen Forderungen kein Gehör schenken wird. Schon seit 20 Jahren werde über eine Entlastungsstraße für Bad Bodenteich geredet, ohne auch nur einen Schritt vorangekommen zu sein. „Jede Eigeninitiative wird von der überbordenden Bürokratie mit dem Argument der Kosten abgewürgt“, monierte er. Dabei werde die Bodenteicher Entlastungsstraße weniger kosten als die Kirchweyher Ortsumgehung, meint er.

Allerdings hatte Dirk Möller, Leiter des Lüneburger Geschäftsbereichs der Landesstraßenbaubehörde, der AZ schon vor mehr als einem Jahr erklärt, dass die Verkehrszahlen auf der L 270 in Bad Bodenteich nicht ausreichen, um eine Ortsentlastung zu bauen. Nach AZ-Informationen ist die Landesstraße für 12 000 bis 14 000 Fahrzeuge am Tag ausgelegt, sie wird aber nur von 7000 bis 8000 genutzt.

Von Bernd Schossadowski

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