Politiker argumentieren mit überregionaler Bedeutung / Staßar: „Überparteilicher Erfolg“

BGS-Museum mietfrei

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Wolfgang Molzahn ist derzeit einfrig am Entpacken der Ausstellungsstücke des BGS-Museums in der Realschule Bad Bodenteich. Wegen der Bedeutung des Museums soll die Samtgemeinde Aue nur Nebenkosten zahlen.

Bad Bodenteich. Das BGS-Museum in Bad Bodenteich zieht derzeit um. Wolfgang Molzahn, der das Museum betreibt, und Klaus Gottwald, räumen derzeit die Exponate auseinander.

Geholfen hat ihnen eine Abordnung aus der Samtgemeinde, die der Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke organisiert hatte. Und noch eine entscheidende Hilfe bekommt Molzahn für das Museum von der Kreis- und Ortspolitik: Für die Räume in der Realschule Bad Bodenteich muss er keine Miete zahlen.

Nur eine Unterhaltszahlung von 50 Euro ist derzeit im Gespräch. „Es wird lediglich eine Nutzungsentschädigung für Strom, Wasser, Heizung und Reinigung festgelegt“, bestätigte dazu der Sprecher des Landkreises, Martin Theine. Der Landkreis ist Besitzer des Gebäudes. Und Theine weiter: „Auf Wunsch der Kreistagsgremien wird das Gebäude mietfrei durch den Landkreis Uelzen zur Verfügung gestellt.“ Entschieden worden sei das in nicht öffentlichen Sitzungen, erklären Claus-Dieter Reese, Kreis-Fraktionschef der CDU sowie Heinz-Hermann Schulze als Kreistagsvorsitzender. Wolfgang Molzahn, selbst derzeit im Umzugsstress, erklärt, dass Politiker beider großer Parteien sich dafür eingesetzt hätten. Und Edgar Staßar, Bürgermeister des Fleckens, freut sich ebenfalls über den „überparteilichen Erfolg. Wir haben es gemeinsam geschafft, die Kuh vom Eis zu holen.“ Er habe unter anderem auch den SPD-Kreisfraktionschef Jacques Voigtländer durch die Räume geführt. Der erklärte gegenüber der AZ, dass das BGS-Museum eine „historische Qualität“ hat – auch wenn es sich, wie auch Staßar sagt, um eine Übergangslösung handle, solange die Schule noch besteht. Dem Museum keine Miete aufzuerlegen, so Voigtländer, sei eine Portion guter Wille. Die Kreisverwaltung, so der SPD-Chef, habe Verständnis dafür.

Dass das Museum, beziehungsweise die Samtgemeinde Aue, nun bis auf eine Nebenkostenbeteiligung keine Miete zahlen soll, fuße auf dem Argument, so Samtgemeindebürgermeister Benecke, dass das Museum als Zeuge der deutsch-deutschen Geschichte eine überregionale Bedeutung habe. Zudem habe das Museum keine großen Einnahmen, die es für eine Miete aufwenden könne, denn trotz der großen Bedeutung zähle das Museum laut Benecke nur etwa 150 Gäste im Jahr – hauptsächlich angemeldete Gruppen. Benecke selbst hatte nach einem Gespräch mit Molzahn Männer des Bauhofes der Samtgemeinde geschickt, damit die Molzahn helfen.

Die Höhe der Nebenkostenbeteiligung ist noch nicht abschließend geklärt. Staßar und Benecke erwähnen einen Betrag von 50 Euro, der sei aber noch Verhandlungssache.

Dass das Museum nun in der Realschule liegt, freut Staßar, denn so sei es in direkter Nähe zu den Klassen der Oberschule, mögliche Besuche der Schulklassen lägen da auf der Hand.

Von Kai Hasse

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