Quote: Notunterkunft wird angerechnet

Bezugsstopp in Bodenteich: DRK muss kranke Flüchtlinge versorgen

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Am Freitag kamen 150 Flüchtlinge in Bodenteich an.

Bad Bodenteich/Landkreis. Während der Landkreis eine neue Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen vom Innenministerium zugeteilt bekommen hat, zog das Deutsche Rote Kreuz am Wochenende für die neue Notunterkunft in Bad Bodenteich erst einmal die Reißleine.

Einige Fälle von Windpocken sind aufgetreten und zahlreiche weitere Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan sind erkrankt. Vermutlich bis Ende dieser Woche wird das DRK keine weiteren Menschen zusätzlich in der alten Kaserne des Bundesgrenzschutzes unterbringen, sagt Meike Karolat, Sprecherin des Uelzener DRK-Kreisverbandes. Seit Freitag betreut die Hilfsorganisation dort 150 Menschen. Im Laufe des vergangenen Wochenendes hätten weitere 500 Flüchtlinge in Bad Bodenteich ankommen sollen.

„Mit der Versorgung der erkrankten Personen haben unsere Helfer zurzeit alle Hände voll zu tun“, berichtet Karolat. Eine achtköpfige Familie musste isoliert werden, weil bei den Kindern Windpocken diagnostiziert wurden. Etliche andere Flüchlinge klagten über Erkältungen und Atemwegserkrankungen, berichtet Karolat. Nach der zumeist strapaziösen Flucht sei das Immunsystem geschwächt und die Menschen krankheitsanfällig. Bei der Sprechstunde eines Arztes gestern Morgen hätten sich rund zwei Dutzend Leute vorgestellt.

Am vergangenen Freitag legte das Land neue Quoten zur Aufnahme fest (AZ berichtete). Wie viele weitere Flüchtlinge der Landkreis aufnehmen muss, klärte sich für die Verwaltung gestern Nachmittag. Da trudelte der Erlass aus Hannover im Kreishaus ein. In einer Pressemitteilung hieß es vom Land, dass Plätze in den Notunterkünften ab Stichtag 1. Dezember berücksichtigt würden. In Bodenteich sollen rund 750 Menschen untergebracht werden. „Die Anrechnung auf die Zuweisungsquote erfolgt prozentual“, sagt Christ. Die Berechnung sei kompliziert. Bis zum 31. März muss der Landkreis 330 weitere Flüchtlinge unterbringen. Die alte Quote (bis 31. Januar) hatte dem Kreis Uelzen 300 Menschen zugeteilt. Hätte das Land Bad Bodenteich nicht berücksichtigt, wäre die aktuelle Zuteilung sicher höher ausgefallen, so Christ. 

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