Im Bestand gefährdet

Bleibt die Grundschule in Lüder auf lange Sicht noch erhalten? Im nächsten Schuljahr werden lediglich vier neue Schüler eingeschult.

Bad Bodenteich - Von Jörn Nolting. Nur vier Kinder werden im nächsten Jahr in der Grundschule Lüder eingeschult. In Soltendieck sind es zwar im nächsten Jahr 14, aber 2012 nur noch neun und 2013 sogar nur noch sechs. Kein Wunder also, dass sich der Schulausschuss der Samtgemeinde Bodenteich genau mit dem Schulentwicklungsplan beschäftigt, denn die so genannten „Mini-Schulen“ werden genauer beäugt. Auch im Rahmen der geplanten Strukturreform stellen die kleinen Schulen erhebliche Kostenfaktoren dar.

„Mit Frau Krause haben wir heute eine kompetente Ansprechpartnerin vor Ort“, begann die Ausschussvorsitzende Christiane Kruse. Samtgemeindeoberamtsrat Frank Juchert skizzierte die Situation rund um den Schulentwicklungsplan: „Es obliegt dem Schulträger, eine selbstständige Entwicklung einzuleiten.“ Schulträger der drei Grundschulen ist die Samtgemeinde Bodenteich. Die Jahre 2015 und 2016 werden nach bisherigen Berechnungen einen Tiefststand darstellen.

Die Projektgruppe hatte jede Schule untersucht, und mit Hilfe demographischer Prognosen wurden konkrete Zahlen entwickelt. Das Ergebnis: Lüder und Soltendieck sind im Bestand gefährdet. „Wir haben derzeit 241 Schüler. Vor fünf Jahren waren es noch 30 mehr und in Anbetracht der Einwohnerentwicklung werden es weniger“, blickte Frank Juchert in die Zukunft.

„Die Zahlen verändern sich ja auch durch Zu- oder Wegzug. Fakt ist, es gibt drei Grundschulen in der Samtgemeinde und zwei sind sehr klein“, sagte Annegret Krause von der Landesschulbehörde. Und in ihren Augen sieht es nicht so aus, als wenn sich die Grundschule Lüder im nächsten Jahr einzügig hält. Und auch in Soltendieck werden die Klassen eins und zwei sowie drei und vier jahrgangsübergreifend unterrichtet. Würde die Soltendiecker Schule in Bad Bodenteich „eingemeindet“, dann würde es nicht mal neue Klassen geben. Und das Land Niedersachsen würde drei Lehrerstellen einsparen.

„Seitens der Landesschulbehörde wurde und wird keine Schule geschlossen. Das ist Sache des Schulträgers. Wir stehen höchstens beratend zur Seite“, betonte Annegret Krause.

Auch in Sachen Qualität konnte sie keine klare Antwort geben. Sowohl in großen als auch in kleinen Grundschulen kann die Qualität gewährleistet sein. Dass eine der Schulen aber künftig nur noch einklassig wird, das sieht die Vertreterin der Landesschulbehörde jedoch nicht. 2014 kommt die Kommune spätestens unter Entscheidungsdruck. Dann nämlich werden insgesamt 40 Kinder eingeschult – verteilt auf drei Schulen. „Wollen Sie sich das leisten?“, fragte Annegret Krause in die Runde. Maren Mumm, kommissarische Schulleiterin in Soltendieck, und Ricarda Hagedorn, Schulleiterin in Lüder, sehen in der Situation auch eine Herausforderung. „Jahrgangsübergreifendes Lernen bietet auch durchaus Chancen“, so die Meinung von Ricarda Hagedorn und auch Maren Mumm hat mit ihren Kollegen gute Erfahrungen gemacht.

„Wir wollen auch das Meinungsbild der Eltern einfangen, deren Kinder künftig eingeschult werden“, beendete die Ausschussvorsitzende die Sitzung.

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