Bürgermeister der Samtgemeinde Aue kündigt Rückzug zwei Jahre vor Ende seiner Amtszeit an

Benecke hört im Oktober 2017 auf

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Harald Benecke beim Verteilen von Freifahrt-Chips auf dem Wrestedter Herbstmarkt: Er hat das Gesicht der Verwaltung im Uelzener Südkreis geprägt.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Das gilt für die Samtgemeinde Aue. Denn nach der Kommunalwahl am 11.

Harald Benecke im Gespräch mit Rainer Kölling, dem ehemaligen Samtgemeindebürgermeister von Bodenteich.

September 2016 steht im Südkreis ein weiterer Urnengang an: Voraussichtlich im September 2017 wird ein neuer Samtgemeindebürgermeister gewählt, weil Amtsinhaber Harald Benecke seinen Posten im Wrestedter Rathaus vorzeitig aufgeben will. Das kündigte er gestern gegenüber der AZ an.

Eigentlich läuft Beneckes Amtszeit, die am 1. Juni 1997 begonnen hat, turnusgemäß noch bis zum 31. Oktober 2019. Doch so lange möchte der parteilose Wrestedter nicht im Amt bleiben. Er will zum 31. Oktober 2017 ausscheiden. „Dann bin ich fast 68 Jahre alt. Es ist gut, wenn mal eine neue Generation antritt“, erklärt er.

Seine Aufgabe als Verwaltungschef der Samtgemeinde Aue mache ihm noch immer großen Spaß. Doch bis kurz vor seinem 70. Lebensjahr – und das wäre mit Ablauf seiner Wahlperiode im Herbst 2019 der Fall – wolle er die Geschicke der Verwaltung nicht mehr leiten. „Der Altersunterschied zu den Ansprechpartnern in Krippen, Kindergärten oder Grundschulen wird immer größer. Irgendwann kann die Einstellung zu bestimmten Dingen kippen, sodass man altersgemäß nicht mehr den Zugang zu den Menschen findet“, glaubt er.

Den Übergang mit den kommunalpolitischen Gremien, die im September 2016 neu gewählt werden, wolle er ein Jahr lang noch mitgestalten. Gleichzeitig mit der Bundestagswahl könnte im Herbst 2017 dann der Urnengang für den neuen Samtgemeindebürgermeister stattfinden, schlägt Benecke vor. Sein Nachfolger würde zunächst bis zur Kommunalwahl im Jahr 2026 amtieren – erst danach müsste dieser sich erneut dem Wählervotum stellen.

Harald Benecke beim Empfang von Kindern im Rathaus.

Bislang habe noch niemand seinen Hut für die Nachfolge in den Ring geworfen. „Ich würde jedem, der Interesse an diesem Amt hat, raten, jetzt noch nicht in die Öffentlichkeit zu treten, sonst ist er bis 2017 möglicherweise verbrannt“, sagt Benecke. Erst im kommenden Frühjahr sei es sinnvoll, sich aus der Deckung zu wagen, empfiehlt er.

Seine bisherige Zeit als Samtgemeindebürgermeister – erst von Wrestedt, nach der Fusion mit Bodenteich zum 1. November 2011 von der Samtgemeinde Aue – betrachtet Benecke als überwiegend positiv. Höhepunkte seien der Rathaus-, Sporthallen- und Jugendzentrums-Neubau in Wrestedt sowie der Bau des Kindergartens in Wieren gewesen. Es seien aber auch „einige Projekte danebengegangen“, zum Beispiel der geplante Ferienpark mit Badelandschaft bei Kallenbrock, gibt Benecke zu. „Doch insgesamt ist in der Samtgemeinde Etliches positiv gestaltet worden. Und das Zusammenwachsen von Wrestedt und Bad Bodenteich ist nur eine Frage der Zeit.“

Von Bernd Schossadowski

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