Keine Radikal-Lösung in Bodenteicher Heide: Nur marode Sitzgelegenheiten werden abgebaut

Bänke-Streit in Bad Bodenteich: Politik setzt sich durch

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Rena Kintzel geht regelmäßig mit ihrem Hund Sascha in der Bodenteicher Heide spazieren und würde sich freuen, wenn dort viele Bänke und Papierkörbe erhalten bleiben.

Bad Bodenteich. Nun soll doch nicht die radikale Lösung her: Ursprünglich hatte die Verwaltung des Fleckens Bad Bodenteich vorgeschlagen, aus Kostengründen elf von 17 Papierkörben und auch einige der 17 Ruhebänke in der Bodenteicher Heide abzubauen (AZ berichtete).

Das war in der Sitzung des Tourismusausschusses im März aber auf scharfe Kritik gestoßen. Doch nach einer Ortsbesichtigung hat sich der Ausschuss jetzt dafür ausgesprochen, deutlich weniger Körbe und Bänke an Wanderwegen zu entfernen.

Diese marode Bank an der Heidefläche Schwarzer Berg, in der Nähe des Schafstalls, soll abgebaut werden.

Etwa vier Stunden lang haben sich Kurverwaltungschef Torsten Nowotny, Ausschuss-Vorsitzender Jörg Bohnecke und dessen Ehefrau Maren die beiden örtlichen Heideflächen – Muna und Schwarzer Berg – angeschaut. Ihr daraus entwickeltes Konzept wurde jetzt im Ausschuss vorgestellt. „Uns ging es um die Frage: Wo macht es Sinn, eine Bank und ein Papierkorb zu erhalten?“, erklärte Bohnecke auf AZ-Anfrage. Ein Bank-Standort müsse attraktiv sein, also einen Blick in die Natur ermöglichen, sonst mache er für Spaziergänger keinen Sinn. Andererseits müsse den Bedürfnissen des Bauhofes Rechnung getragen werden. Dieser könne aufgrund seiner begrenzten Personalzahl nicht alle Papierkörbe regelmäßig kontrollieren. Ein Abbau einiger Körbe sei somit ratsam.

Daher sieht das neue Konzept vor, dass auf der nur mäßig attraktiven Stadenser Straße, die die beiden Heideflächen voneinander trennt, eine kaputte Bank und ein Papierkorb entfernt werden sollen. An einem anderen Standort an der Straße sollen eine Bank und ein Korb versetzt werden.

Überdies sollen im Bereich Schwarzer Berg zwei marode und zum Teil mit Grünspan überzogene Bank entfernt werden. Die übrigen vier Bänke am Schwarzen Berg sollen erhalten bleiben. Für die Heidefläche Muna wird vorgeschlagen, zwei Papierkörbe an wenig frequentierten Standorten abzubauen. Stattdessen sollen an einer anderen Stelle ein zusätzlicher Korb aufgestellt und zwei weitere Körbe mit neuen Einsätzen bestückt werden, denn diese fehlen zurzeit. Die fünf Bänke im Gebiet Muna sollen dagegen unverändert bleiben.

Der Ausschuss befürwortete dieses Konzept einstimmig. Allerdings gab Frank Seidel (CDU) zu bedenken: „Ich halte es für kritisch, wenn Papierkörbe entfernt werden. Wahrscheinlich haben wir am Ende mit dem Aufräumen mehr zu tun als mit dem Leeren der Mülltonnen.“ Zugleich regte Seidel an, während der Hauptsaison zu kontrollieren, wo Körbe überhaupt gefüllt sind.

Auch Dr. Birgit Janßen (Grüne) forderte, dass an jeder Bank ein Papierkorb stehen müsse, damit kein Müll in die Natur geworfen werde. Die Heideflächen sähen derzeit aber recht sauber aus, entgegnete Nowotny. Nun wird sich der Bad Bodenteicher Rat mit dem Konzept beschäftigen.

Von Bernd Schossadowski

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